Berlin - Tag eins der re:publica 2014 in Berlin. Es berichten: Maike Schultz (@klickbringer), Thomas Kutschbach (@th_kut), Robert John (https://twitter.com/rj0hn), Anna Lampert (@AnnaLampert), Christine Badke (@ChristineBadke) und Christian Bos.

Unsere Highlights des Tages

Johnny Haeuslers "Sie werden nicht glauben, was sie hier sehen": Obwohl der Titel der Veranstaltung anderes vermuten lässt, redet der re:publica-Mitbegründer überhaupt nicht über Blogs und Webseiten, die mit speziellen Überschriften tausendfach bei Facebook geteilt werden. Trotzdem ist die halbe Stunde mit ihm toll: Johnny Haeusler bittet zum Quiz via Twitter, Website und SMS und präsentiert die Ergebnisse in Echtzeit. Ob Katzen vs. Hunde, Bushido vs. Edeka oder Apple vs. Google. Sobald die Fragen auf ihren Displays erscheinen, hämmern die Leute auf ihre Smartphones ein und lachen über die spontanen Jokes des Moderators. Noch eine Breitseite gegen Sascha Lobo und alle sind glücklich. (tku)

Limonade bestellen via Tweet am Stand von @BWjetzt, der kuschelig-struppige Riesen-Hund mit Kamera auf dem Rücken. (ala)

Als David Hasselhoff nach einem sehr verschwurbelten, an Realsatire grenzenden Redebeitrag (in dem er immerhin endlich zugegeben hat, dass er nicht für den Mauerfall verantwortlich war) tatsächlich "Looking for freedom" anstimmt. Er zögert kurz - hat er etwa den Text vergessen? Doch als im Publikum jemand die erste Zeile singt, legt er los. Und siehe da, auch wenn der Mann vom Internet nicht viel Ahnung hat: Singen kann er! Noch Minuten später summen die Frauen in der Kloschlange seinen Hit. "Das war mein Abimotto", seufzt eine. Ach ja, die Nostalgie. Sogar auf der futuristischen re:publica gibt es sie. (mai)

Sprachpolizeiliche Ermittlungen - oder wer bestimmt, wer wie sprechen darf? Nur eine halbe Stunde, aber mit viel Substanz. Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch (@astefanowitsch auf Twitter) zeigte, wie (auch) online nicht nur um Inhalte, sondern um Sprache gerungen wird - wo es letztlich auch um Inhalte geht. Sprachneuerer und Sprachkonservative stehen sich oft unversöhnlich gegenüber. Luzide und dabei äußerst unterhaltsam erläuterte er anhand fiktiver Twitteraccounts, wie sich die Diskussionen hochschaukeln und wie das Medium und die Kürze der Beiträge zum Streit beitragen. Ursache sind meist versehentliche Missverständnisse (Fehlschlüsse) oder absichtliche, oft feststehende Fehlinterpretationen (Trollerei). Das Fazit schließlich kann für vieles gelten. Einfach mal informieren - und: Live und let live and learn. Hier kann man den tollen Beitrag sehen: http://www.sprachlog.de/2014/05/06/sprachpolizeiliche-ermittlungen-republica/

Protagonist des Tages

David Hasselhoff.

"Um 16 Uhr Hasselhoff, oder?" war bestimmt eine der meistgestellten Fragen am ersten re:publica-Tag (dicht gefolgt von "wie lange braucht der Kaffee noch?" und "Ist der Platz hier noch frei?"). Am Ex-Baywatch-Star und Mauerfall-Besinger führte am Dienstag kein Weg vorbei. Mancher konnte es gar nicht so richtig glauben: Kommt er wirklich, oder war das alles nur ein Scherz? Wird er Badehose tragen? Fährt er mit Kitt vor? Und: Wird er "I've been Looking for Freedom" singen? Er kam (im Anzug) und er sang (nachdem jemand die erste Strophe für ihn angestimmt hatte). Da war aber die Hälfte des Publikums aus dem zuerst proppenvollen Saal schon wieder verschwunden. Viel Inhalt lieferte "The Hoff" auf der Bühne nämlich nicht. Unseren ausführlichen Bericht zu „Hoffs“ Auftritt findet Ihr hier. (ala)

Patzer des Tages

War es das W-Lan, das oft schlappmachte? Nein, das gehört zur re:publica. David Hasselhoff, bei dem man kurz nicht wusste, ob er den Text vergessen hat oder sich ziert, zu singen? Oder Sascha Lobo, der in vielem Recht hatte, als er die Gleichgültigkeit der Netznutzer gegen Spähaffäre, Überwachung und Datenspeicherung, aber die SPD gewohnt milde behandelte? Nein, der Patzer lag bei mir: Nachdem mir Thomas C. Böhm aus Köln sein Sketchnote zuschob, wurde mir klar, dass ich eine tolle Session verpasst habe, auf der man lernen konnte, einmal ganz anders mitzuschreiben. (cba)

Überfüllte Räume. Wer nicht sehr früh kam, um einen Platz zu ergattern, stand oft schon vor Veranstaltungsbeginn vor wegen Überfüllung verschlossenen Türen. Schade! (ala)

Motiv des Tages

David Hasselhoff.

Und wer ihn nicht vor die Linse bekam, der knipste die Wald-Dekoration. Oder sich selbst vor der Wald-Dekoration. (ala)

Mangels Catcontent ein Hund. (cba)

Was sonst am Dienstag noch auf der re:publica passierte, lesen Sie hier.

Videos, Audios und Informationen auf http://re-publica.de