Wer kann wann welchem Landwirt helfen? Angebot und Nachfrage sollen in Zukunft digital gesteuert werden. Das hat die Initiative Erntehelfer vor.
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BerlinDie Schlagzeilen der vergangenen Wochen zeigen, dass auch in der Landwirtschaft gerade wieder einiges schiefläuft: Corona-Ausbrüche auf Gemüsehöfen, Klagen der Erntehelfer über schlechte Unterkünfte und fehlende Bezahlung sind nur einige der Themen. Damit sich die Branche ändert, hatten sich vor allem junge Leute am vergangenen Wochenende im Netz zur sogenannten Farm-Food-Climate-Challenge verabredet.

Diese Form der bundesweiten Vernetzung und Kooperation hatte sich zu Beginn der Corona-Krise bewährt, als die Bundesregierung zum Hackathon #WirVsVirus aufgerufen hatte. Zu den Lösungen gehörte auch die Idee, mögliche Erntehelfer leichter mit den Landwirten zu vernetzen. 

Bei der Farm-Food-Climate-Challenge soll es um eine klimapositive Landwirtschaft und Ernährung gehen. Dahinter stecken die gemeinnützige Organisation ProjectTogether und die Elobau-Stiftung. Über den Instant-Messaging-Dienst Slack arbeiteten die Gruppen während des Wochenendes an ihren Konzepten, 34 Initiativen und Kooperationen sind so entstanden. Zwei Beispiele: Algorithmen und Maschinelles Lernen sollen Landwirten helfen, bessere Entscheidungen bei der Feldbewirtschaftung zu treffen, mit der Blockchain-Technologie soll mehr Transparenz in Lieferketten gebracht werden.

Zugeschaltet war auch Luisa Neubauer von der Fridays-for-Future-Bewegung. Sie berichtete, kurz zuvor in Brüssel bei der EU gewesen zu sein. „Mir wurde wieder deutlich, dass es nicht an den Personen mangelt, die Dinge verändern können“, sagte sie. Aber es mangele an Ideen, die Menschen dazu bringen, unbequeme und unmöglich erscheinende Wege zu gehen.