Auf großer Reise: Heldin Tove macht sich in „Röki“ auf den Weg, um ihren verschwundenen Bruder zu finden.
Foto: Polygon Treehouse/United Label

BerlinIn dem Abenteuerspiel „Röki“ übernehmen Spieler die Rolle des jungen Mädchens Tove. Sie taucht während einer gefährlichen Reise in die mystische Welt alter skandinavischer Sagen voller Trolle und Geister ein. Doch Tove ist wild entschlossen, sich diesen und anderen Gefahren zu stellen. Denn ihr Bruder ist verschwunden – und sie will ihn retten.

„Röki“ ist aber kein Actionspiel, sondern ein gewaltfreies, klassisches Adventure, voller kniffliger Rätsel und damit auch für Kinder gut geeignet. Tove begegnet auf ihren Reisen vielen merkwürdigen Kreaturen. Manche davon muss sie überlisten, anderen aus der Patsche helfen, einem schwer verletzten Troll zum Beispiel. Manchmal ist es aber auch so, dass ihr überraschend Hilfe angeboten wird.

Wie das genau geht, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur so viel: Es lohnt sich immer, die Umgebung genau zu beobachten, nach nützlichen Gegenständen zu suchen und diese clever zu kombinieren – wie es in einem Adventure-Spiel nun einmal üblich ist. Und was noch hilft: geduldig zu bleiben. Manchmal dauert es auch etwas länger und benötigt eine gute Beobachtungsgabe, um weiterzukommen.

Tove ist jedenfalls ein schlaues Kerlchen, das schnell erwachsen werden musste, aber dennoch kindlich staunen kann über die kleinen und großen Überraschungen am Wegesrand.

Das vom britischen Studio Polygon Treehouse entwickelte „Röki“ überzeugt aber nicht nur mit der schönen Geschichte und den kniffligen, dabei aber immer fairen Rätseln – „Röki“ ist auch ein echter Hingucker.

Gerade jetzt an den heißen Sommertagen bietet das Spiel eine atmosphärische Abkühlung, denn Tove streift durch wunderschöne Winterwälder und erkundet dunkle, geheimnisvolle Höhlen. Licht- und Schatten lassen dabei selbst Büsche aussehen, als würden sie im nächsten Moment aufstehen und davonlaufen. Pilze verschwinden plötzlich im Boden, wenn Tove an ihnen vorbeistapft, und Mäuse huschen durch uralte Gemäuer.

Aber auch Themen wie Trauer, Angst und Verlassenheit sind sehr fein in die Handlung eingearbeitet, sodass es manchmal zweitrangig erscheint, zum nächsten Bereich oder zur nächsten Herausforderung vorzudringen.

Der britische „Guardian“ fühlte sich in seiner Kritik bei diesen Emotionen an „Hygge“ erinnert. Das dänische Wort steht für das Gefühl von Glück und die Kunst des Loslassens. Das stellt sich ein, wenn Menschen sich wohlfühlen in ihrer Umgebung, mit Freunden die Natur und das Leben ganz entspannt genießen können.

In Deutschland gibt es sogar ein passendes Magazin dazu. Also gut möglich, dass sich an den heißen Tagen Familien vor dem Computerbildschirm versammeln, um in die nordischen Wälder aufzubrechen. Wo es dann allerdings auch mal unheimlich werden kann. Wie im Märchen eben.

„Röki“ ist für den PC erhältlich und kostet etwa 20 Euro. Eine Version für Nintendo Switch soll in Kürze folgen.