Berlin - Die Bäume an der Straße oder im Park leiden unter der starken Hitze oder den heftigen Stürmen der letzten Jahre. Der Wald in Brasilien brennt. Durch den Tod von unzähligen Bäumen wird das Klima weiter aufgeheizt. Dagegen kann man etwas tun. Und zwar ganz nebenbei, indem man nur eine bestimmte Web-Suchmaschine benutzt. 

Mit der Suchmaschine Ecosia können Nutzer nicht nur den nächsten Geldautomaten in der Nähe finden, sondern mit jeder Suche dem Klima helfen. Denn bei jeder 45. Suchanfrage pflanzt Ecosia einen Baum, so lautet das Versprechen.

Stiftung Warentest bescheinigt der ökologischen Suchmaschine, die vom Wittenberger Christian Kroll gegründet wurde, gute Treffer. Die Warentester haben in ihrer Ausgabe 4/2019 Suchmaschinen getestet. Ecosia landet mit der Note 2,8 nur einen Platz hinter der bekanntesten Suchmaschine Google.

Wie funktioniert Ecosia?

Im Prinzip funktioniert Ecosia wie andere Suchmaschinen auch. Mit Hilfe von Schlagworten in den Suchanfragen durchkämmt sie das Netz nach den passendsten Antworten auf die Frage. Der Nutzer bekommt die adäquatesten Vorschläge an oberster Stelle genannt. Neben den Suchergebnissen werden den Nutzern auch Werbeanzeigen eingeblendet. 

Durch den Klick auf solche Anzeigen verdienen Suchmaschinenbetreiber Geld – so funktioniert auch die ökologische Suchmaschine. Im Gegensatz zu anderen Anbietern, spendet Ecosia diese Einnahmen (rund 0,5 Cent pro Suche) an Baumpflanzprojekte. Das Unternehmen nutzt dafür die Suchtechnologie des Microsoft Angebots Bing. Nach Angaben von Ecosia setzt das Unternehmen aber noch auf einen eigenen Such-Algorithmus.

Wie wird aus der Suchanfrage ein Baum?

Die ökologische Suchmaschine spendet rund 80 Prozent ihrer Einnahmen an Baumpflanzprojekte. Rund 45 Suchanfragen braucht es, damit das Unternehmen einen Baum pflanzen kann. Im Juli 2019 haben die Suchen 408.056 Bäume finanziert. Insgesamt hat Ecosia durch Suchanfragen bereits über 66 Millionen Bäume gepflanzt – seit der Gründung 2010.

Lesen Sie hier ein ausführliches Interview mit Ecosia-Gründer Christian Kroll

Die Bäume werden in Projekten in der ganzen Welt gepflanzt. Der Gründer Christian Groll hat angesichts der Brände im Amazonas-Regenwald angekündigt, dass Ecosia Millionen zusätzliche Bäume pflanzen will – insgesamt drei Millionen Bäume im kommenden Jahr. Das gelingt dem Unternehmen mit Hilfe von regionalen Partnern. In Brasilien ist das zum Beispiel die Organisation „PACTO Mata Atlântica“.

Wo und wie kann man mit Ecosia suchen?

Nutzer können mit Ecosia so einfach suchen wie mit Google. Man muss nur ecosia.org in den Browser eingeben und kann die Anfrage in das Suchfeld tippen. Wer mit Chrome im Internet surft, kann die Suchmaschine dem Browser hinzufügen. Für das Smartphone oder das Tablet gibt es die ökologische Suchmaschine auch als App.

Wie nachhaltig arbeitet das Unternehmen?

Ecosia veröffentlicht auf seiner Webseite jeden Monat wie viele Bäume das Unternehmen gepflanzt hat und für was es sonst seine Einnahmen und Gewinne aufwendet. Im Juli 2019 hat das Unternehmen rund 1,6 Millionen Euro eingenommen. 815.378 Euro davon sind in Baumpflanzprojekte geflossen.

Durch die Baumpflanzungen wird CO2 in der Atmosphäre reduziert. Seit 2017 hat das Unternehmen nach eigenen Aussagen beschlossen, eine eigene Solaranlage zu bauen. Ecosia nutze dadurch nur Strom aus erneuerbaren Energien, um die eigenen Server zu betreiben. (rha)