Elon Musk will die Twitter-Sperre von Ex-US-Präsident Donald Trump aufheben. Das berichtet die New York Times. Elon Musk hat angekündigt, dass er bei einem erfolgreichen Deal zum Kauf von Twitter „das permanente Verbot rückgängig machen“ würde, das über Trump nach dem Sturm auf das Kapitol verhängt wurde.

Am 6. Januar 2021 hatten wütende Trump-Anhänger das Parlament der USA nach einer Rede des damaligen Präsidenten gestürmt – augenscheinlich mit dem Ziel, die Zertifizierung des Wahlergebnisses von Joe Biden zu verhindern.

„Ich denke, dass es nicht richtig war, Donald Trump zu verbieten, ich denke, dass es ein Fehler war, weil es einen großen Teil des Landes entfremdet hat und nicht dazu geführt hat, dass Donald Trump keine Stimme mehr hat“, sagte Musk am Dienstag auf einer Konferenz der Financial Times.

Musk zum Trump-Ausschluss: „moralisch falsch und schlichtweg dumm“

Auch andere soziale Medien, darunter Facebook, hatten Trump nach dem Anschlag auf das US-Kapitol am 6. Januar den Zugang zu ihren Kanälen verwehrt. Twitter erklärte damals, Trump habe gegen die Richtlinien verstoßen und riskiere, Gewalt unter seinen Anhängern zu schüren. Facebook verbot Trump den Zugang aus ähnlichen Gründen.

Musk bezeichnete die Entscheidung, Trump zu verbieten, als „moralisch falsch und schlichtweg dumm“. Er sagte, dass einzelne Beiträge auf Twitter ausgeblendet werden könnten und dass Einzelpersonen immer noch vorübergehend gesperrt werden könnten, „wenn sie etwas sagen, das illegal oder anderweitig destruktiv für die Welt ist“. Aber er sagte auch, dass „permanente Verbote das Vertrauen in Twitter grundlegend untergraben“.

Twitter-Übernahme von Musk kommt in drei bis sechs Monaten

Musk, der den Elektroautohersteller Tesla und das Raketenunternehmen SpaceX leitet, ist dabei, ein Übernahmeangebot für Twitter abzuschließen, das sein 44-Milliarden-Dollar-Angebot letzten Monat angenommen hat. Die Übernahme soll in den nächsten drei bis sechs Monaten abgeschlossen werden. Er hatte es vermieden, sich öffentlich dazu zu äußern, wie er mit dem Status von Trumps Verbot umgehen würde.

Er hatte jedoch wiederholt seine Absicht bekundet, die freie Meinungsäußerung auf der Plattform auszuweiten, und angedeutet, dass Twitter der Politik der Demokraten zugeneigt sei. Ende April sagte Trump in einem Interview mit Fox News, dass er nicht wieder auf die Plattform zurückkehren würde, selbst wenn Musk das Verbot aufheben würde. „Ich gehe nicht zu Twitter, ich bleibe bei Truth“, sagte er damals und bezog sich dabei auf seine App Truth Social.