Köln - Auf der Toilette schnell eine Whatsapp-Nachricht lesen oder beim Zähneputzen durch Facebook scrollen: Fast jeder hat im Badezimmer schon mal sein Smartphone benutzt; laut einer dpa-Umfrage findet jeder Zweite es in Ordnung.

Dass das keine besonders gute Idee ist – darüber haben sich wohl die wenigsten schon einmal Gedanken gemacht. Dabei ist bekannt, dass Smartphones fiese Bakterienfallen sind: Auf dem Display tummeln sich sogar mehr Keime als auf der Toilette.

Warum man das Smartphone niemals mit ins Badezimmer nehmen sollte, hat Hygiene-Expertin Constanze Wendt dem Tech-Newsportal „Techbook“ erklärt. Sie ist Fachärztin für Hygiene und Mikrobiologie vom Medizinischen Versorgungszentrum in Heidelberg.

Fieser Bakterien-Kreislauf – auch mit Händewaschen ist es nicht getan

Zwischen Smartphone und Bad besteht ein fieser Bakterien-Kreislauf, denn sowohl auf dem Handy-Display als auch im Badezimmer tummeln sich Keime. Wenn das Handy im Badezimmer liegt, setzen sich Keime und Bakterien darauf ab, erklärt Wendt. Denn gerade im Badezimmer schwirren jede Menge Wasser- und Schmutzpartikel in der Luft herum.

Eine weitere Falle ist die eigene Hygiene: Wäscht man sich nach der Toilette nicht die Hände, bevor man das Handy wieder anfasst, verbreitet man außerdem E. coli, also Darmbakterien auf dem Display. Und selbst mit Händewaschen ist es nicht getan: Wer danach wieder zum Handy greift, nimmt die Bakterien doch wieder auf der Haut auf und verbreitet sie weiter.

Besser auf das Handy verzichten – besonders auf Krankenhaus-Toiletten

Dieser Ekel-Kreislauf kann nur unterbrochen werden, wenn sowohl die Hände gewaschen als auch das Handy-Display desinfiziert wird – oder man einfach auf das Handy im Bad verzichtet.

Auch Wissenschaftler aus Arizona kamen zu dem Ergebnis, dass Handys im Bad unter Umständen schwere gesundheitliche Konsequenzen für den Körper haben können. Denn gerade auf Toiletten befänden sich häufig krankheitserregende Keime.

Besondere Vorsicht sei auf der öffentlichen Toilette im Krankenhaus geboten, warnt auch Wendt. Denn dort lauern auch resistente Keime, die tatsächlich schwerwiegende gesundheitliche Folgen für den Körper haben können. (bbm)