Berlin - Warum gibt es so wenige europäische Einhörner? Weltweit erfolgreich ist mit Spotify eigentlich nur eine einzige App made in Europe. Ich will nicht meckern, schließlich könnte ich doch selbst aus meiner Garage heraus den Angriff starten wie einst Hewlett & Packard (diese Garage gibt es heute noch), Microsoft oder Cisco (da war es das Wohnzimmer des Ehepaares Bosack/Lerner). Doch dazu bin ich zu bequem, zu risikoscheu, zu saturiert – so viel Wahrheit muss sein. Das trifft aber nicht auf alle Europäer zu. Also warum beherrscht WhatsApp anstatt Threema die Welt der Messenger? In Kürze: Gut, die USA und China haben riesige Heimatmärkte mit einer einzigen Sprache, und die Sprache von Spotify ist Musik und damit universell. Schaffen es Apps in China und den USA, nutzen sie bereits Hunderte Millionen User. Soweit nicht änderbar durch das babylonisch kleinteilige Europa. Abgehakt.

Zur staatlichen Förderung: In den USA ist es der „militärisch-industrielle Komplex“. In den 80ern wollte ich Karl Eduard von Schnitzler nicht Glauben schenken, doch auch in der größten Fake-News-Posse steckt manchmal Richtiges: Die technischen Grundlagen des Internets und heutige Riesen wie Google wurden maßgeblich mit Mitteln des amerikanischen Militäretats entwickelt. Das hat Europa in dieser Größenordnung und Forschungsfantasie nicht zu bieten. China betreibt rigide Industriepolitik mit einem Erfolg, von dem Frankreich und selbst Japan nur träumen können.

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