Ein riesiges Raumschiff über Berlin – warum eigentlich nicht? Wenn schon die ganze Welt an nichts anderes als „Star Wars“ denkt, überall Außerirdische ein Thema sind, dann könnte so ein unbekanntes Flugobjekt doch auch über der Hauptstadt auftauchen. Zu sehen ist es in einem Video, das Christian Malterer, Professor an der Mediadesign-Hochschule (MDH) in Berlin, gemeinsam mit dem Team des Studio RoyalPenguins gedreht hat:

Beim Abspielen des Videos (Anm.d. Red.: Wenn das Video nicht richtig dargestellt wird, öffnen Sie den link im Browser Chrome) taucht am Horizont tatsächlich ein unbekanntes Raumschiff in Begleitung anderer Flugobjekte auf. Gemeinsam fliegen sie ganz langsam über die Dächer der Hauptstadt, erreichen den Berliner Verlag, um dann in Richtung Südosten zu verschwinden. Wer das Smartphone zur Seite, nach oben oder unten bewegt, erhält beim Betrachten einen neuen Bildausschnitt. Wer sich mit dem Handy im Kreis dreht, merkt, was 360-Grad-Optik bedeutet. Auch am PC lässt sich die Perspektive per Mausklick ins Video verändern.

Das Projekt gehört in den Bereich der „Virtual Reality“, weil es das Eintauchen in virtuelle Welten ermöglicht. Noch intensiver wird das Gefühl, ganz woanders zu sein, wenn der Betrachter ein Cardboard aufsetzt, eine spezielle Pappbrille also, oder zu einem Headset greift. Dann vergisst der Betrachter in der Regel, wo er sich wirklich befindet und hat das Gefühl, in der Welt zu sein, die der Bildschirm bietet.

In den USA ist „Virtual Reality“ im Laufe des Jahres zu einem großen Thema geworden. Dort werden Start-ups zurzeit mit fürstlichen Summen von Geldgebern ausgestattet, die diese Technik für einen großen Zukunftstrend halten, denn auch im Bereich Wissenschaft und Forschung gibt es Einsatzmöglichkeiten. Und Spiele-Entwickler sind sehr engagiert bei den Experimenten mit „Virtual Reality“ – oder abgekürzt „VR“.

Trauer in Paris, Wahlkampf in den USA

Für den Journalismus lassen sich in Zukunft neue Erzähl-Strategien denken, der Zuschauer bestimmt selbst den Bildausschnitt und damit, was er sehen will. Das geht auf spielerische Weise, aber auch bei ernsten Themen. Die New York Times etwa schickte ein Kamerateam nach Paris, um zu zeigen, wie die Franzosen nach den Terroranschlägen trauerten.

Menschen, die Kerzen anzündeten, sich tröstend an den Händen hielten oder gemeinsam sangen – der Betrachter konnte selbst entscheiden, was er sehen wollte. Auch im Vorwahlkampf zu den Präsidentschaftswahlen in den USA ist mit der Technik experimentiert worden.

Christian Malterer und seine Hochschulabsolventen vom RoyalPenguins-Studio haben für den Anfang eine unterhaltsame, spielerische Form gewählt. Mit ihrer Kamera waren die Männer vor einigen Wochen auf das Dach des Berliner Verlags geklettert, um die Filmaufnahmen zu machen. Das Raumschiff haben sie dann später am Computer gebastelt und in den Film kopiert.

Ihre Kamera hat verschiedene Objektive, die ihre Bilder alle zur selben Zeit aufnehmen. So entsteht der Rundum-Effekt. Am Computer wurden die Bilder dann technisch aufbereitet. Ziemlich anspruchsvoll die Arbeit, die aber andeutet, was in Zukunft in der modernen, digitalen Welt möglich sein wird.

Raumschiffe über Deutschland? Dieses Szenario zeigt anlässlich vom "Star Wars"-Kinostart auch ein anderes - nicht als VR oder in 360 Grad gedrehtes - Video, in dem man Ufos am Fernsehturm vorbeizischen sieht und die Reichstagskuppel sich in den Kopf von R2-D2 verwandelt: