Nur weil etwas im Internet steht, muss es noch lange nicht stimmen. Eigentlich ist das keine überraschende Erkenntnis. Doch in jüngster Zeit machen sogenannte Fake News - also frei erfundene Nachrichten - die Runde, verbreiten sich in sozialen Netzwerken.

Im US-Wahlkampf haben sie eine Rolle gespielt, aber auch in Deutschland tauchen sie auf.

Woher kommen sie, und wie können Leser sie enttarnen? Die Initiative Mimikama, die auf ihrer Seite über verschiedene Fake News aufklärt, hat einige Tipps:

Wo kommen die Fake-News her?

«Es gibt zum einen Fake News im amerikanischen Stil», sagt Andre Wolf von Mimikama. Dahinter stehe vor allem kommerzielles Interesse. Frei erfundene Nachrichten sollten Internetnutzer etwa auf Seiten mit Werbeanzeigen locken. «Hierzulande stehen eher ideologische Motive im Vordergrund.»

Es sollen Ängste geschürt und Befürchtungen bestätigt werden - etwa beim Thema Flüchtlinge. Außerdem gibt es noch Satirewebseiten, die falsche Nachrichten verbreiten. Diese sind allerdings in der Regel auch deutlich als Satire gekennzeichnet.

Seien Sie misstrauisch

«Der erste Schritt beim Erkennen von Fake News ist ein gewisses Gefühl», sagt Wolf. Überspitzte Darstellung und das Fehlen belastbarer Quellen können Anzeichen für eine falsche Nachricht sein. Hier ist also Misstrauen gefragt. Doch gerade das fehlt den Usern oft, wie eine Studie der Universität Stanford ergeben hat.

Sie sollten sich klar machen, dass durch die Masse an Informationen im Internet auch viele ungefilterte Nachrichten dort wiedergegeben werden können - und es Menschen gibt, die gezielt falsche Informationen streuen, auch um damit Geld zu verdienen. Nur weil etwas oft geteilt wurde oder eine Seite professionell gemacht aussieht, heißt das nicht, dass hinter ihr auch eine seriöse Quelle steckt.

Prüfen Sie das Impressum

Wer sich unsicher ist, ob die Nachricht der Wahrheit entspricht, sollte die Quelle anschauen. Das bedeutet auch: In sozialen Netzwerken erst prüfen, woher etwas kommt - und es dann teilen. Auf der Ursprungsseite lohnt dann vor allem der Blick ins Impressum. «Wenn es gar keins gibt, sollte man aufmerksam werden», rät der Experte. Auch, wenn irgendeine Adresse im Ausland angeben ist, die sich nicht mit dem Inhalt der Seite erklären lässt, sollten Leser sich fragen: Warum möchte der Betreiber der Seite für seine Inhalte nicht haften?

Schauen Sie sich genau an, was im Text steht

Häufig geben im Text wiedergegebene Zitate schon Aufschluss über die mögliche Richtigkeit der News. Ist es eine valide Quelle? Gibt es die Institution überhaupt, von der die Sprache ist? Solche Fragen lassen sich mit ein wenig Nachdenken oder einer Recherche schnell herausfinden.

Suchen Sie in den Suchmaschinen

Das Gegenchecken von Texten und Bilder kann helfen, falsche Nachrichten zu erkennen. Wenn Google und Co. Textstellen auf mehreren Webseiten abseits seriöser Nachrichtenportale wiederfinden, ist das ein Indiz für Fake News. «Viele alternative Blogs nehmen Inhalte und kopieren sie einfach unreflektiert», sagt Wolf.

Bei Fotos kann die Bildersuche helfen. Ist ein angeblich aktuelles Foto beispielsweise schon 2008 im Netz aufgetaucht, kann irgendwas nicht stimmen. Sie können dafür auch die Rückwärts-Suche von Google nutzen. Dafür klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste auf das Bild und nutzen Sie die Google-Suchfunktion. Wo taucht das Bild sonst noch auf? Wenn es bei vielen unseriösen Seiten auftaucht, kann das kein gutes Zeichen sein.

Melden Sie die Fake News

Bei Mimikama können Internetnutzer Fake News melden. Die Initiative prüft die Nachricht und verfasst dann eventuell einen Bericht darüber. Die Initiative betreibt unter www.hoaxsearch.com außerdem eine Suchmaschine für Fake News. (dpa/chs)