Spieleentwickler können sich freuen: Ihr Umsatz in Deutschland stieg im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent und kratzt mit 9,756 Milliarden Euro knapp an der 10-Milliarden-Marke. Das gab der game – Verband der deutschen Games-Branche auf Basis von Daten der Marktforschungsunternehmen GfK und data.ai am Montagmorgen bekannt.

Seit der Pandemie boomt der internationale Games-Markt – Deutschland ist da keine Ausnahme. Anfang 2021 vermeldete der Verband eine Umsatzsteigerung von 32%, im Lockdown hatte die Nachfrage nach Videospielen schlagartig zugenommen. Die Vertriebsplattform Steam stellte im März 2020 mehrere Nutzerrekorde auf, zeitweise waren dort 22 Millionen Nutzer gleichzeitig eingeloggt.

„Die Prognosen waren, dass der Markt stagnieren würde“ erklärte game-Geschäftsführer Felix Falk an diesem Montagvormittag in der einer Pressekonferenz, man ging davon aus, dass sich das Medienverhalten nach den ersten Schockmonaten und mit gelockerten Anti-Corona-Maßnahmen „normalisieren“ würde.

In-Game und In-App-Käufe steigen besonders stark

Doch nun sind wieder Zuwächse in allen relevanten Bereichen zu verzeichnen. Die Kunden kauften verstärkt Hardware und Spiele und leisten auch mehr Gebühren an Online-Dienste. „Das zeigt, das viele Spielerinnen und Spieler, die neu dazugekommen sind, ihrem Hobby treu bleiben, eine neue Basis entstanden ist, und die Menschen auch dauerhaft Gefallen am Spielen gefunden haben“, so Felix Falk. Laut dem game-Verband spielen sechs von zehn Deutschen, fünf Prozent mehr seit Pandemiebeginn.

Der Umsatz mit Computer- und Videospielen wuchs um insgesamt 19 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro. Stärkster Wachstumstreiber hierbei waren wie im Vorjahr die sogenannten In-Game- und In-App-Käufe, die um insgesamt 30 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro zulegen konnten. Dagegen ist der Umsatz mit dem einmaligen Kauf von Games um neun Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro eingebrochen. Auch der Umsatz mit den monatlichen Abonnement-Gebühren für einzelne Spiele – häufig setzen Online-Rollenspiele auf dieses Modell – ging um 11 Prozent auf 145 Millionen Euro zurück.

Es ist davon auszugehen, dass der globale Chipmangel das Wachstum in der Branche verlangsamt hat. Spontan an beispielsweise eine PlayStation 5 zu kommen, ist in Deutschland quasi unmöglich, es sei denn man ist bereit, horrende Summen auf dem Schwarzmarkt zu zahlen.

Wieviel der knapp zehn Milliarden Euro Umsatz in der deutschen Games-Branche generiert wurde, ist noch nicht bekannt. Im vergangenen Jahr gingen knapp nur unter fünf Prozent der Einnahmen für Videospiele an deutsche Entwickler. Hardware für Spieleindustrie wird in Deutschland so gut wie gar nicht hergestellt.