In der Atacama-Wüste von Chile wird Lithium in großen Mengen durch Verdunstung von mineralhaltigem Salzwasser gewonnen.
Foto: imago images

Berlin - Lithium ist ein Leichtmetall, das von sehr geringer Dichte ist und zugleich gut leitet. Es wird in großen Mengen gebraucht, unter anderem zur Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus. Deren Erfinder wurden erst jüngst mit dem Nobelpreis geehrt. Denn ohne sie läuft in der Elektronik so gut wie nichts – ob in Handys, Solarbatterien oder Elektroautos. Nun haben deutsche Forscher vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen Weg gefunden, teure Importe einzusparen und in Deutschland selbst Lithium abzubauen, und zwar kostengünstig und umweltschonend.

Die wissenschaftliche Behörde US Geological Survey schätzte, dass im Jahr 2019 weltweit etwa 77.000 Tonnen Lithium gewonnen wurden. Mehr als die Hälfte findet Verwendung in Batterien. Schätzungen zufolge wird der Lithiumbedarf bis 2035 auf mehr als das Dreifache ansteigen. Das meiste Lithium wird in Australien und Lateinamerika gewonnen - dort vor allem in Chile und Argentinien. In der chilenischen Atacama-Wüste wird mineralhaltiges Salzwasser aus unterirdischen Seen in künstliche Becken gepumpt, wo es monatelang unter der Sonne verdunstet. In einem chemischen Prozess bildet sich Lithiumkarbonat, ein weißes Pulver. Die indigene Bevölkerung der Region klagt, dass das Abpumpen des unterirdischen Wassers den Grundwasserspiegel senke und ihre bäuerliche Existenz gefährde. In Australien wiederum, das weit an der Spitze der Lithium-Produzenten steht, stammt der Rohstoff aus Spodumen, einem kristallartig aussehenden Material, das sich in Gestein befindet. Etwa eine Tonne Granit muss zerkleinert und ausgewaschen werden, um ein Kilogramm Lithium zu gewinnen. 

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