Süßwasser-Haie, Baumreste und Saurier-Fährten: Wissenschaftler haben im Thüringer Wald knapp 300 Millionen Jahre alte Fossilien von Pflanzen und Tieren entdeckt, wie ein Sprecher der TU Bergakademie Freiberg am Donnerstag mitteilte. Insgesamt seien nahe dem Rennsteig am Geologischen Naturdenkmal „Rotliegend-See Oberhof“ mehrere Hundert Überreste gefunden worden, die nun analysiert werden.

Vor etwa 300 Millionen Jahren war der Thüringer Wald ein Bindeglied zwischen Nordamerika und Osteuropa - und ein See. „Wir haben Schichten eines Sees untersucht, der vor 295 Millionen Jahren, in der Rotliegend-Zeit, an dieser Stelle war“, sagte der Freiberger Paläontologe Jörg Schneider. Zusammen mit Ralf Werneburg, dem Direktor des Naturhistorischen Museums Schloss Bertholdsburg in Schleusingen, leitete er die Grabungen mit 15 Studenten, Wissenschaftlern und Helfern.

Erkenntnisse über Pangäa

„Mit den Untersuchungen wollen wir neue Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Pflanzen und Tiere auf dem einstigen Superkontinent Pangäa, als die Erdteile noch nicht getrennt waren, gelebt haben und naturwissenschaftliche Zusammenhänge herstellen“, sagte Schneider weiter.
Die Forscher gruben nahe dem Rennsteig am Geologischen Naturdenkmal auf mehreren Feldern von einigen Quadratmetern Größe bis zu fünf Meter tief. Neben Zähnen und Flossenstacheln von Süßwasser-Haien fanden sie Überreste von Insektenflügeln, Tausendfüßern, Nadelbaumresten, Farnen, Muscheln, Krebsen sowie kleinen Sauriern und Saurierfährten.

Einige der Fundstücke sollen nun näher untersucht und später im Naturhistorischen Museum Schleusingen ausgestellt werden. Nahe der Grabungsstelle im Thüringer Wald soll eine Tafel demnächst Touristen über den „Oberhofer Rotliegend-See“ informieren. Die Fundstelle ist schon seit 1875 bekannt und seit Jahrzehnten als Geologisches Naturdenkmal geschützt. (dapd)