Dank eines natürlichen Scheinwerfers haben Astronomen die bislang größte Gaswolke im Kosmos erspäht. Die Forscher um Sebastiano Cantalupo von der University of California in Santa Cruz nutzten das Licht eines Quasars, um die gigantische Wolke mit einem Durchmesser von zwei Millionen Lichtjahren abzubilden. Sie ist vermutlich Teil eines kosmischen Gasnetzes, das sich durchs gesamte Universum zieht, wie die Forscher im Fachblatt Nature berichten. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

„Das Gasnetz ist riesig, mindestens zweimal so groß wie jeder zuvor entdeckte Nebel, und es erstreckt sich noch weit über die galaktische Umgebung des Quasars hinaus“, sagt Cantalupo. Quasare sind hell leuchtende, aktive Galaxienkerne, die von einem supermassiven Schwarzen Loch angetrieben werden. Das Licht des Quasars ist wie ein Scheinwerfer direkt auf ein Filament des kosmischen Netzwerks gerichtet und bringt dessen Gas zum Leuchten.

Astronomen vermuten seit langem, dass ein riesiges Netzwerk aus Wasserstoffgas das gesamte Weltall durchzieht und an den Knotenpunkten der Netzfasern, die von den Astronomen Filamente genannt werden, die sichtbaren Galaxien entstanden sind. „Dies ist das erste Mal, dass es gelungen ist, ein Bild des kosmischen Netzes aufzunehmen, das dessen Filamentstruktur zeigt“, sagt Fabrizio Arrigoni Battaia vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Bisher gab es nur indirekte Spuren. (dpa)