Amerikanischen Astronomen ist die beste Aufnahme des Pluto gelungen, die je mit einem Teleskop am Erdboden gemacht wurde. Mithilfe einer raffinierten Beobachtungstechnik konnten sie störende Luftturbulenzen ausgleichen und so den Pluto und seinen großen Begleiter Charon mit einer Auflösung von wenigen Hundert Kilometern ablichten.

"Die neuen Resultate kommen zur rechten Zeit", freut sich NASA-Forscher Steve Howell. Anhand der jüngsten Aufnahme ließen sich die Positions- und Bewegungsdaten zu Pluto und Charon überprüfen und verfeinern. Für die Detailplanung des Vorbeiflugs der Sonde New Horizons im Jahr 2015 sei dieses Wissen von großer Bedeutung.

Die Gruppe um Howell und seinen Kollegen Elliott Horch von der Southern Connecticut State University nutzte für ihre Beobachtungen das Gemini-Teleskop auf Hawaii. Obwohl das Teleskop mit seinem 8,1 Meter großen Spiegel in der dünnen Höhenluft eines Vulkangipfels errichtet wurde, wird sein Auflösungsvermögen durch atmosphärische Turbulenzen verringert. Diese Luftbewegungen sorgen dafür, dass ein fernes Objekt nicht als glatter Lichtfleck abgebildet wird, sondern von einem tanzenden Schwarm kleiner Lichtflecken umgeben scheint.

Um den Effekt der Turbulenzen zu eliminieren, nahmen die Astronomen eine Serie sehr kurz, jeweils nur etwa 60 Millisekunden lang belichteter Bilder auf. Diese Einzelaufnahmen fügten sie am Computer zu einem Bild zusammen, in dem die ständig wechselnden Verzerrungen nicht mehr ins Gewicht fallen. Das Resultat ist ein Portrait von Pluto und Charon mit einer Auflösung von 20 Millibogensekunden - entsprechend knapp 500 Kilometern bei einer Entfernung von 4,8 Milliarden Kilometern. Die vier übrigen, weniger als 200 Kilometer großen und sehr leuchtschwachen Begleiter des Pluto stellen für bodengestützte Beobachtungen allerdings immer noch ein Problem dar.