Berlin - Monster verhauen, Schätze sammeln und die Grafik genießen: So lässt sich „Godfall“ in wenigen Worten zusammenfassen. Das kunterbunte Action-Kampfspiel war Ende des vergangenen Jahres einer der ersten Spiele-Blockbuster, der neben dem PC nur auf einer Konsole der neuen Generation erscheint, in diesem Fall der Playstation 5.

Die Geschichte des Fantasy-Dramas ist schnell erzählt – und auch nicht weiter wichtig. Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle von Orin, einem halbgöttlichen Krieger in glänzender Ritterrüstung, der von seinem machthungrigen Bruder Macros verraten und beinahe getötet wird. Nun sinnt Orin auf Rache.

Der Rachefeldzug führt Orin – und damit die Spielenden – durch verschiedene und oft wunderschöne Landschaften und Welten. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte. Den Autor des Fachmagazins PCGames überzeugt das Angebot nur bedingt. „Rein optisch bieten die drei Gebiete (Erdreich, Wasserreich, Luftreich) durchaus Abwechslung, doch die Probleme fangen schon in den jeweiligen Abschnitten an: Hier schöpft das Entwicklerstudio nämlich bei Weitem nicht das Potenzial aus, dass der Titel bieten könnte“, heißt es in der Kritik des Magazins. Das Problem: Zu häufig und einförmig müssen sich die Spielenden einen Weg durch Gegnergruppen kämpfen.

Dort lauern unzählige Monster, Dämonen und Maschinenwesen, die mit Schwertern, Äxten und anderen Waffen verprügelt werden wollen. Aber wer sind diese Wesen, die Entwickler haben sich nicht die Mühe gemacht, genauer zu erklären, was sie sich bei der Auswahl der Figuren gedacht haben. So wirkt die Auswahl beliebig. Noch einmal der Kritiker von PCGames: „Ein wenig mehr Hintergrundgeschichte hätte dem Spiel sicher gutgetan und wäre vielleicht sogar interessant gewesen.“

Aber vielleicht tut es doch ganz gut in dieser Corona-Zeit, ohne viel nachdenken zu müssen, einfach der Lust am Spielen zu folgen. Besiegte Gegner lassen dann jedenfalls Schätze zurück, aus denen Orin in seinem Hauptquartier neue und bessere Ausrüstung bauen kann.

Dazu gibt es natürlich Erfahrungspunkte, mit denen Spielerinnen und Spieler neue Fähigkeiten freischalten, und andere Mechanismen, bekannt aus vergleichbaren Titeln wie „Diablo“ oder „Destiny“. „Godfall“ hat das Rad damit keineswegs neu erfunden – was aber nicht weiter stört. Denn Schau- und Unterhaltungswert stimmen.

Zumindest auf dem regulären Schwierigkeitsgrad stellt „Godfall“ auch keine übermäßig großen Anforderungen: Wer sich einfach ohne große Überlegungen in die Gegnerhorden stürzt, hat in der Regel auch Erfolg. Am meisten Spaß macht das im Koop-Modus, in dem bis zu drei Spielerinnen und Spieler gemeinsam auf die Jagd nach Monstern und Schätzen gehen.

„Godfall“ von Counterplay Games und Gearbox Software ist für PC und Playstation 5 erschienen. Das Spiel ist ab 16 Jahren freigegeben und kostet rund 60 Euro.