Köln - Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) müssen allem Anschein nach jederzeit davon ausgehen, dass ihre Präsenz im Internet angegriffen wird. In einem Youtube-Video jedenfalls kündigten Anhänger des Internet-Kollektivs Anonymous entsprechende Attacken an. „Anonymous wird nicht weiter tatenlos zulassen, dass Fremdenhass durch diffuse Ängste angetrieben wird. Anonymous wird nicht mehr tatenlos zusehen, wie Angst und Hass von Pegida verbreitet wird. Wir werden massiv gegen Pegida und deren Ableger im Internet vorgehen, um die Instrumentalisierung der Bürger einzudämmen.“

Stammtischparolen und übertriebene Ängste

Anonymous wendet sich in der Ansprache direkt an die Demonstranten. „Ihr folgt den falschen Leuten aus den falschen Gründen! Stammtischparolen, Fremdenhass und übertriebene Ängste, welche gegen eine nicht stattfindende Islamisierung und Intoleranz abzielen, sind der falsche Weg sich aktiv an einer Lösungsfindung zu beteiligen.“ Was genau die Internet-Aktivisten planen, geht aus dem rund fünfminütigen Video, das mit dramatischer Musik unterlegt ist und von einer computeranimierten Stimme eingesprochen wurde, jedoch nicht hervor.

Auf der Veröffentlichungs-Plattform Pastebin wird Anonymous schon etwas konkreter. Dort werden die Ziele der #OperationPegida, wie Anonymous das Ganze nennt, angegeben. Darunter befinden sich diverse Websites sowohl der Pegida- als auch der Hogesa (Hooligans gegen Salafisten) -Bewegung und E-Mail-Adressen der jeweiligen Organisatoren.

Laut „Spiegel Online“ könnte die Ankündigung bereits erste Wirkung entfaltet haben. Unter Berufung auf den IT-Szene-Blog „Tarnkappe“ berichtet „Spon“, dass die Internetseite „Kasseler gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Kagida) nicht mehr abrufbar sei. Eine Anfrage des Nachrichtenportals, ob die Unerreichbarkeit der Webseite mit einem Hackernagriff zu tun habe, wurde demnach nicht beantwortet. (mig)