Berlin - Die wenigsten Träume aus der Kinderzeit gehen in Erfüllung, Hayley Arceneaux bekam das schon früh zu spüren. Mit ihren Eltern war sie im Alter von neun Jahren nach Houston aufgebrochen, um das Raumfahrtzentrum zu besuchen. Danach wollte sie Astronautin werden, ins Weltall fliegen, die Schwerelosigkeit spüren. Kurze Zeit später wurde bei ihr Knochenkrebs (Osteosarkom) diagnostiziert. Danach ging es nur noch ums Überleben.

Die inzwischen 29 Jahre alte Amerikanerin hat den Kampf gewonnen, sie trägt allerdings eine Beinprothese. Das wird sie aber nicht daran hindern, sich ihren Kindheitstraum doch zu erfüllen. Sie wurde für die Mission der Falcon 9 des Space-X-Unternehmens von Elon Musk ausgewählt. Wenn alles glatt läuft, wird sie im Herbst die jüngste Amerikanerin im Weltraum werden, der erste Mensch im All, der mit einer Prothese startet und der eine Knochenkrebs-Erkrankung überlebt hat.

Den Rekord als jüngster Mensch im All hält der Russe German Titow

Den Rekord als jüngster Mensch im All hält der Russe German Stepanowitsch Titow, als erste Frau folgte ihm Walentina Tereschkowa. Beide waren kerngesund, bis die Mission begann. Nachher berichteten sie von der Raumkrankheit, also dem Unwohlsein der Raumfahrer, wenn der Körper sich an die Schwerelosigkeit anpasst. Das ging aber wieder vorbei.

Arceneaux hat das Angebot dem Milliardär Jared Isaacman zu verdanken, der alle Plätze in dem Raumschiff gekauft hat und einen davon der Klinik, in der Arceneaux behandelt wurde, zur Verfügung stellen wollte. Die Leitung musste nicht lange überlegen, entschied sich für die Arzthelferin, die dort nicht nur behandelt wurde, sondern inzwischen auch arbeitet. 

„Ich wünsche mir, dass diese Mission viele Menschen in verschiedener Weise inspirieren wird“, sagte Arceneaux in einem Statement. „Diese Chance zeigt, dass alles möglich ist. Der Himmel ist nicht die Grenze.“ Diese Botschaft richtete sie vor allem an Kinder, die an schweren Krankheiten leiden und um ihr Leben kämpfen. Vielleicht macht das wirklich Mut, wenn kranke Mädchen und Jungen im Herbst zu den Sternen gucken, weil Arceneaux zu der Zeit gerade im Weltall schwebt.