Sicherheitsplus nicht nur in der dunklen Jahreszeit: Zeitgemäße Lichtanlage mit LED-Technik. 
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BerlinRunterbeugen, drücken und „Zump“ - von leisem Heulen begleitet leuchtet Ihnen fortan ein gelblich flackernder Lichtschein den Weg durch die Dunkelheit. Kennen Sie als Radler, oder? Doch die typischen Seitendynamos und Glühlicht haben ausgedient - wie geht Licht am Fahrrad heute besser?

„Stand der Technik bei der Fahrradbeleuchtung sind LEDs, die sehr hell und weit leuchten“, sagt Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). Grundsätzlich unterscheide man zwischen einer batterie- oder akkubetriebenen Ansteckbeleuchtung, etwa für Mountainbikes, oder einer nabenbetriebenen Dynamo-Beleuchtung, wie sie zum Beispiel bei vielen Trekkingrädern ab Werk verbaut ist.

Ganz einfach kann es schon ab etwa zehn Euro leuchten

„Wer gar bisher kein Licht am Fahrrad hat, kann mit einer Ansteckbeleuchtung, die aus Frontscheinwerfer und Rücklicht besteht, problemlos Abhilfe schaffen“, sagt Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) der Deutschen Presse-Agentur. „Die Leuchten werden mit einem Gummiband an Lenker oder Sattelstütze befestigt oder in einen Halter gesteckt, der am Rad angeschraubt bleibt“. Ein solches Leuchten-Set bekomme man beim Discounter bereits ab etwa zehn Euro.

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Unbedingt aber achten sollte man beim Kauf auf das verpflichtende Prüfzeichen für Fahrradbeleuchtungen. Es besteht aus einer Wellenlinie, dem Großbuchstaben „K“ und einer Nummer. „Ausschließlich Leuchten mit diesem Prüfzeichen sind nach der StVZO zugelassen“, sagt Sebastian Böhm von der Zeitschrift „Aktiv Radfahren“.

Billiges Licht sei auf jeden Fall besser als gar keines, sind sich die befragten Experten einig. Sie raten aber dennoch ebenfalls unisono dazu, etwas mehr anzulegen. Zwar sei die Lichtquelle per se dank Prüfzeichen immer tauglich, an der Verarbeitung oder der Ansteckfunktion mangele es bei billigen Angeboten aber schon einmal.

Besser etwas mehr in die Beleuchtung investieren

Ein ordentliches Set bekomme man schon für etwa 40 Euro. Sören Heinze verweist zudem darauf, dass man für diese Preis Leuchten bekomme, die per Akku, nicht per Batterie gespeist werden, und die man an jedem USB-Anschluss aufladen könne. „Wenn man unerwartet etwas länger unterwegs ist, kann so zur Not auch mal mit einer mitgeführten Powerbank nachgeladen werden.“

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Brems- und Fernlicht wie beim Auto

Es gibt auch Scheinwerfer mit integriertem Tagfahr- und sogar Fernlicht, sowie Rückleuchten mit Bremslichtfunktion, sagt Sören Heinze. Eine Zusatzfunktion, die auch Sebastian Böhm empfiehlt: „Bei diesen Leuchten wird der vom Nabendynamo gelieferte Strom von einer prozessorgesteuerten Elektronik gemessen. Dieser Prozessor erkennt, wenn der Nabendynamo weniger Licht produziert, weil man langsamer wird“, erklärt er. „Ein kleiner Energiespeicher speist nun zusätzliche LEDs, das Rücklicht leuchtet heller und der nachfolgende Verkehr ist gewarnt.“ Ab etwa 17 Euro müsse man für ein solches Rücklicht rechnen, teure High-End-Modelle mit Akku kosten auch schon mal um 100 Euro.

Bei den Frontleuchten fällt die Preisspanne deutlich größer aus. „Wir haben kürzlich einen Lichttest durchgeführt, da reichte die Preisspanne von 14 bis 280 Euro. Bereits ab 20 Euro aber gibt es gute Lampen, der Testsieger lag bei 42 Euro.“ Mehr brauche der Normalfahrer eigentlich nicht, lautet Sebastian Böhms Urteil.

Der nachträgliche Einbau respektive der Austausch von Leuchten und gegebenenfalls des Dynamos erfordere doch einige handwerkliche Kenntnisse. So mache es Sinn, das Ganze einem Fachmann zu überlassen, rät Roland Huhn. „Fahrradhändler bieten einen Pauschalpreis etwa um 100 Euro an, der dann den Nabendynamo, den Scheinwerfer und das Rücklicht sowie den Einbau beinhaltet.“