Die Lebensdauer moderner Autos ist hoch, die Abstände zwischen den Inspektionen werden immer größer und umso seltener werden unsere Fahrzeuge inspiziert. Wenn Autofahrer dann nicht auf einen schonenden Umgang achten, können schnell schwere Schäden entstehen, deren Reparatur teuer wird. Der Automobilclub von Deutschland AvD gibt Tipps wie Sie Schäden vermeiden und somit Geld sparen.

Das müssen Sie beim Bremsen beachten

Die Scheibenbremse ist höchst effektiv und wartungsarm. Dennoch braucht auch sie einen sachgemäßen Umgang. Der AvD rät: Nach einer scharfen und intensiven Bremsung sollte man nach dem Stillstand nicht auf dem Bremspedal stehen bleiben, sondern die Bremse lösen und notfalls die Handbremse zum Feststellen des Autos nutzen.

Das steckt dahinter: Durch die starke Bremsung heizen sich die Bremsbeläge auf bis zu 700 Grad auf. Bleiben die Beläge beim Stillstand an den Bremsscheiben angelegt, kühlen diese im Bereich der Klötze viel langsamer ab - die Bremsscheibe kann wellig werden. Schon bei der nächsten Bremsung kann dies zu einem fühlbaren Rubbeln im Pedal führen, das nur durch den teuren Austausch der Bremsscheiben behoben werden kann.

Besonders betroffen sind Fahrer von Automatik-Autos, weil diese bei eingelegtem Gang vorwärts „kriechen" - sie sollten nach jeder stärkeren Bremsung den Wählhebel auf N stellen und gegebenenfalls die Handbremse anziehen, weil diese meist nicht über die gleichen Bremsklötze wirkt.

Auch beim Halt am Stauende, bei der Pause am Parkplatz und beim Tanken an der Autobahn sollte der Fahrer nie mit Fuß auf der Bremse warten.

Nicht beidfüßig fahren!

Manche Automatik-Fahrer bedienen die Bremse mit dem linken Fuß, der dann „bremsbereit“ auf dem Bremspedal steht, obwohl die Straße frei ist. Doch, ohne das es der Fahrer mitbekommt, liegen die Bremsbeläge an den Scheiben an, was zu erhöhten Temperaturen und starkem Verschleiß führt.

In der Folge müssen Bremsbeläge und Scheiben außergewöhnlich oft erneuert werden. Der AvD rät, bei Automatikwagen den linken Fuß auf der im Fußraum vorgesehenen Stellfläche zu belassen - Gas und Bremse sollten nur mit dem rechten Fuß bedient werden.

Nicht mit der Kupplung bremsen!

Die Lebensdauer der Kupplung hängt entscheiden von der Bedienung ab. Wer beim Verlangsamen runterschaltet und dabei ohne Zwischengas einkuppelt, nutzt die Kupplung als Bremse – sie kostet in der Reparatur jedoch ein Vielfaches dessen, was die Neubelegung der Bremse erfordert. Tipp: Besser den Gang rausnehmen und Bremsen, wenn man das Geben von Zwischengas nicht beherrscht.

Ähnlich schlimm ist, wenn man die Kupplung nutzt, um das Auto bei Stillstand am Hang vor dem Rückwärtsrollen zu bewahren: die Kupplung wird sehr heiß und nutzt sich sehr schnell ab.

Wichtig: An der Ampel immer Gang rausnehmen und Kupplung loslassen, oder das Automatik-Getriebe auf N stellen. Denn wer beim Warten an den Gang eingelegt lässt und die Kupplung getreten hält, beansprucht das Ausrücklager, das nur dafür gedacht ist, das Treten des Pedals auf der sich drehenden Hauptwelle möglich zu machen. Zur Erneuerung des Ausrücklagers muss meist das Getriebe ausgebaut werden - auch das ist besonders teuer und kostet mindestens einen Werkstatttag.

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