Berlin - Microsoft will die digitale Zusammenarbeit in der Zukunft durch Hologramme aufpeppen. Der Softwarekonzern stellte am Dienstag die Plattform Microsoft Mesh vor, über die unter anderem ein dreidimensionales Video an Spezialbrillen übertragen werden kann. Damit können zum Beispiel Gesprächspartner virtuell nebeneinander erscheinen. Das Fachmagazin The Verge urteilte anschließend: „Microsoft Mesh fühlt sich wie die virtuelle Zukunft von Teams an.“

Und genau darum geht es den Tech-Unternehmen zurzeit. Sie wollen mit ihrer Technik  die Zusammenarbeit von Mitarbeitern verbessern, die sich durch die strengen Auflagen in der Pandemie nicht am Arbeitsplatz treffen können. Von Zoom-Fatigue ist bereits die Rede, weil viele Angestellte zurzeit unter der Belastung durch viele Videokonferenzen leiden, bei Microsoft heißt das Angebot dafür bisher Teams.

Erinnerungen an das Spiel „Pokémon Go“

Die Hoffnung der Tech-Unternehmen: Je realistischer sie die vertraute Arbeitswelt ins Netz übertragen können, umso wohler fühlen sich die Mitarbeiter, umso besser können sie den Anforderungen gerecht werden. Microsoft will dabei die Mesh-Plattform als Bindeglied zwischen verschiedenen Technologien und Geräteanbietern etablieren. Die 3-D-Inhalte sollen zum Beispiel sowohl auf der hauseigenen Brille Hololens als auch auf Facebooks Oculus-Brillen erscheinen können.

Damit könnte die Plattform auch eine Brücke zwischen virtueller Realität und sogenannter erweiterter Realität (Augmented Reality, AR) schlagen. Bei virtueller Realität (VR) taucht ein Nutzer dank einer Spezialbrille mit kleinen Bildschirmen vor den Augen komplett in eine digitale Welt ein, bei erweiterter Realität werden künstliche Objekte in die reale Umgebung eingeblendet.

Berliner Lösungen für das Arbeiten in der virtuellen Welt

In Berlin arbeiten Start-ups seit der Pandemie verstärkt an Anwendungsmöglichkeiten. Das Start-up NeXR behauptet von sich, weltweit führend zu sein bei Live-Präsentationen in der Virtual-Reality-Umgebung. NeXR ist im Dezember 2019 aus dem Berliner Unternehmen Staramba hervorgegangen. Während des Lockdowns im Frühjahr kam dann die Idee auf, „Präsentationen auf ein neues Level zu heben“, sagte Geschäftsführer Markus Peuler im Gespräch mit der Berliner Zeitung.

 WeAre heißt ein weiterer Laden. Die Idee ist ähnlich wie bei Microsoft. Wer an einer digitalen Besprechung teilnehmen will, wählt sich ein, setzt das Headset auf und kann mitverfolgen, wie Maschinen vorgestellt werden. Es geht um Blöcke, es geht um Einzelteile – die Technik macht es möglich, dass die Teilnehmer sogar die Details sehen können. „Als ob die Leute direkt vor Ort dabei wären. Das bietet große Vorteile für die Montage und Fertigung“, sagte Marvin Tekautschitz, einer der Mitgründer von WeAre, in einem Gespräch Ende des vergangenen Jahres.