IFA 2019: Vernetztes Zuhause und 5G-Datenfunk

Berlin - Anfang September dreht sich unter dem Berliner Funkturm traditionell alles um Verbraucher-Elektronik. Große Innovationen seien diesmal allerdings kaum zu erwarten, schätzt Boston-Consulting-Analyst Roman Friedrich. „Wir werden keine technologischen Durchbrüche sehen.“ In vielen Bereichen, etwa beim Smarthome oder bei Virtual Reality müsse die Branche es nun schaffen, einen Massenmarkt zu adressieren. „Sowohl VR als auch das Smarthome spielen sich derzeit leider immer noch in einem überschaubaren Rahmen ab.“ Dabei wäre zum Beispiel Augmented und Virtual Reality ein „wunderbares Thema“ für die IFA, das sich in allen Facetten demonstrieren lasse – vom Gadget über den Gaming-Bereich bis zur industriellen Anwendung, beispielsweise in der Ausbildung. Aber was können die Besucher konkret erwarten?

IFA Berlin: Immer mehr vernetzte Geräte für Zuhause

Vernetztes Zuhause: Mit immer mehr vernetzten Geräten von der Glühbirne bis zur Waschmaschine wird das Smarthome von einer Vision zu einer realen Möglichkeit. Allerdings setzten sich bisher vor allem einfache Funktionen wie die Steuerung von Lampen oder Steckdosen mithilfe von Sprachassistenten und Apps durch. Im schnell gewachsenen Geschäft mit vernetzten Lautsprechern sind erste Anzeichen einer Sättigung erkennbar: Ihr Absatz sank in diesem Jahr nach Zahlen der Branchengesellschaft gfu um 9,3 Prozent auf 546.000 Geräte. Dabei wächst gerade das Angebot: So will Branchenpionier Sonos zusammen mit dem schwedischen Möbelhaus Ikea den Preis für hochwertigen Sound senken – und der Hifi-Klassiker Bower & Wilkins testet den Markt mit einem Streaming-Lautsprecherpaar für rund 4.000 Euro aus.

Kurz vor der IFA sickerten auch Fotos eines angeblich neuen Bluetooth-Lautsprechers von Sonos durch. Mit Spannung wird auch die Rückkehr der legendären Marke Braun im Lautsprechermarkt durch den britischen Hersteller Pure erwartet.

IFA Berlin: Demonstration des superschnellen 5G-Datenfunks

5G: Die IFA bietet Smartphone-Anbietern und Netzbetreibern eine Chance, Verbrauchern die Vorzüge des superschnellen 5G-Datenfunks zu demonstrieren. Allerdings steht der Ausbau der neuen Netze in Deutschland erst ganz am Anfang. „Aktuell ist 5G noch weit von einem Massenthema entfernt, da wird noch gut ein Jahr vergehen müssen“, sagt Roman Friedrich, Analyst der Boston Consulting Group. Kurz vor der IFA legte Vodafone vor mit der Ankündidung, dass 5G in vielen gängigen Tarifen ohne Aufpreis enthalten sein soll. Auch einige neue Smartphones ohne 5G-Funk könnten auf der IFA vorgestellt werden, unter anderem von LG und unter der Marke Nokia von dem Anbieter HMD Global. Und eigentlich müsste demnächst auch Samsungs Auffalt-Smartphone Galaxy Fold schließlich auf den Markt kommen.

Computer: Der PC-Markt hat sich nach langer Talfahrt zuletzt gefangen – allerdings vor allem, weil Unternehmen angesichts der auslaufenden Unterstützung für das alternde Windows 7 noch schnell auf Windows 10 umsteigen. Die Branche will die IFA nutzen, um davon zu profitieren und auch Verbrauchern die neuen Geräte schmackhaft zu machen. So zeigt Microsoft ein neues Modell des Surface Hub, einer interaktiven Tafel speziell für die Team-Arbeit in Unternehmen und Start-ups.