YouTube stoppt Falschinformationen zum Thema „Impfen“ und reagiert nach eigenen Angaben auf die Skepsis vieler Menschen in Bezug auf künftige Corona-Impfstoffe.
Foto: Imago/Jochen Tack

BerlinDie Online-Plattformen Facebook und YouTube haben ein striktes Vorgehen gegen Falschinformationen über Impfungen angekündigt. YouTube werde Inhalte entfernen, die dem Konsens von Gesundheitsexperten zum Thema Corona-Impfungen widersprechen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zuvor hatte Facebook bereits angekündigt, Anzeigen zu blockieren, die Menschen davon abraten, sich impfen zu lassen.

Mit der Maßnahme reagiert YouTube nach eigenen Angaben auf die Skepsis vieler Menschen in Bezug auf künftige Corona-Impfstoffe. So sollen etwa Behauptungen, eine Impfung sei tödlich oder könne zu Unfruchtbarkeit führen, gelöscht werden. Seit Februar seien bereits mehr als 200.000 Videos mit „gefährlichen oder irreführenden“ Informationen über das Coronavirus entfernt worden.

Facebook will alle Anzeigen auf seinen Seiten verbieten, die sich gegen Impfungen aussprechen. Anzeigen, die bestimmte Maßnahmen von Regierungen im Zusammenhang mit Impfungen kritisieren, sollen aber weiter zugelassen werden. Der Konzern plant auch eine Kampagne in den USA, in der für Grippe-Impfungen geworben werden soll. Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig „vorbeugendes Verhalten“ zum Schutz der Gesundheit sei, betonte Facebook.

Den Betreibern von großen Onlinenetzwerken wird immer wieder vorgeworfen, Impfgegnern eine weite Verbreitung ihrer Botschaften zu ermöglichen. Facebook war zuletzt auch verstärkt gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien auf seinen Seiten vorgegangen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Wissenschaftsstudie zeigt, dass der Glaube an solche völlig unbelegten Theorien die Bereitschaft zu Impfungen deutlich senken kann.

Für die Untersuchung wurden Umfragen in den USA, Großbritannien, Irland, Spanien und Mexiko vorgenommen. Demnach lehne zwar die Mehrheit der dortigen Menschen Verschwörungstheorien zum Coronavirus ab, doch nähmen „erhebliche Teile“ der Bevölkerung diese Falschbehauptungen für bare Münze, heißt es in der im britischen Fachmagazin „Royal Society Open Science“ veröffentlichten Studie.

Die in diesen Ländern am stärksten verbreitete Verschwörungstheorie zu der Pandemie ist demnach, dass das neuartige Virus absichtlich in einem Labor der chinesischen Stadt Wuhan hergestellt worden sei. In der Millionenmetropole war der Erreger erstmals bei Menschen festgestellt worden. In Großbritannien und den USA glauben nach Angaben der Forscher jeweils 22 bis 23 Prozent der Befragten an diese Verschwörungstheorie.

Die Studie habe zudem einen „klaren Zusammenhang“ zwischen dem Glauben an Verschwörungstheorien und der Skepsis gegenüber Impfstoffen gezeigt, sagte Ko-Autor Sander van der Linden. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Befragten im Allgemeinen die Bereitschaft zur Teilnahme an künftigen Corona-Impfungen umso geringer war, je mehr sie Verschwörungstheorien anhingen.