Internetadresse der DDR – das steckt hinter der Endung .dd

Webseiten haben immer bestimmte Endungen, die heutzutage fast jedes Kind kennt. So steht beispielsweise .de für Deutschland, .fr für Frankreich und .com für „commercial“. Die wenigsten allerdings kennen diese Endung: .dd. Sie sollte eigentlich die offizielle Internetadresse der DDR werden – doch dazu ist es nie gekommen.

Internetadressen waren schon beliebt, bevor es das Internet – wie wir es heute kennen – gab: Bereits in den 80er Jahren wurden die Kürzel den Ländern zugeteilt. Die sogenannten Top-Level-Domains wurde damals von der Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO) vergeben. Und die sitzt in den USA.

Heikle Situation durch den Kalten Krieg

Damals wie heute werden neue Top-Level-Domains durch das US-Handelsministerium autorisiert. In Zeiten des Kalten Krieges war das ein heikles Thema, da die Zusammenarbeiten zwischen Ost und West stark reglementiert war. Wie das Technik-Fachmagazin „heise.de“ berichtet, gab es Bestrebungen von Wissenschaftlern, der DDR ohne den Einbezug von staatlichen Behörden ihre vorgesehene Internetadresse bewilligen zu lassen.

Verwendung von .dd durch Ost-Unis

Doch dazu sollte es niemals kommen. Mit der Wiedervereinigung ist das Kürzel der DDR aus der ISO-Liste gelöscht worden. Allerdings wurde, so heißt es in dem Heise-Bericht, die Endung damals schon durchaus genutzt: Die Universitäten Jena und Dresden verwendeten das .dd in ihren internen Netzwerken. (chs)