Die Deutschen sind einer aktuellen Umfrage zufolge durchschnittlich mehr als neun Stunden täglich online. Die berufliche Internetnutzung an Arbeitstagen beträgt davon nur dreieinhalb Stunden, wie eine Umfrage für die Postbank in Bonn ergab, die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag. Mit 78 Prozent halten jedoch mehr als drei Viertel der Befragten ihren Internetkonsum für angemessen. Nur elf Prozent wollen sich demnach einschränken - im Jahr zuvor waren es 14 Prozent.

Künftig verstärkt im Web unterwegs sein wollen elf Prozent. Genauso viele sagten dies 2021. Trotz des hohen Internetkonsums gaben 78 Prozent der befragten Eltern an, sich als gutes Vorbild für ihre Kinder zu sehen, was die Nutzung von Computer und Smartphone betrifft. 20 Prozent räumten ein, manchmal kein gutes Beispiel zu sein. Zwei Prozent der Eltern halten sich für ein schlechtes Vorbild.

Selbstkritik fehlt in Bezug auf das Internetverhalten

Selbstkritik äußerten der Umfrage zufolge vor allem die jüngeren und die älteren Befragten. So gab ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen an, kein gutes Beispiel bei der Internetnutzung zu sein. Bei den über 65-Jährigen waren dies 27 Prozent. Überdurchschnittlich viele Senioren finden zudem, dass sie zu viel Zeit im Internet verbringen. Für die Postbank-Digitalstudie 2022 wurden im Januar und Februar dieses Jahres 3050 Deutsche repräsentativ befragt.

Elf Prozent der Befragten wollen künftig noch mehr Zeit online verbringen. Als Grund gaben 59 Prozent an, online Produkte oder Dienstleistungen unabhängig von Geschäftszeiten oder Corona-Nachweisen kaufen zu können. 43 Prozent möchten weiterhin persönliche Kontakte vermeiden, und 40 Prozent wollen aus Bequemlichkeit verstärkt online sein. 36 Prozent gaben an, dadurch persönliche Treffen ersetzen zu wollen.

„Während der Coronakrise waren digitale Geräte wichtige Kontaktmöglichkeiten und ein Rettungsanker in der Geschäftswelt“, erklärte Thomas Brosch, der Leiter des Digitalvertriebs bei der Postbank. Sie hätten den Alltag erleichtert, aber auch die Frage aufgeworfen, was die Menschen in Zukunft online erledigen wollen und wofür der persönliche Kontakt unerlässlich ist. „Das richtige Maß zu finden, fällt auch Erwachsenen oft noch schwer.“