Berlin - Sie wollen wissen, welche Tiere durch Ihren Garten toben? Dann kommt jetzt Ihre Chance! Das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) sucht Freiwillige für die größte Wildtier-Studie, die es je gab: In 200 Berliner Gärten sollen Kamera-Fallen Waschbären, Füchse und Co. festhalten.

Sie ist klein, sie ist unscheinbar, gut getarnt – und könnte in der Erforschung der Berliner Wildtiere eine wichtige Rolle spielen: die Kamerafalle. Ein Mini-Kasten mit Batterien, Fotozubehör und Speicher. 200 davon sollen bald in privaten Gärten hängen, um Wildtiere zu knipsen – und genau diese Gärten werden nun gesucht!

Erste Bewerbungsphase bis Sonntag

Aus dem Projekt „WTimpact“ wollen die Forscher mehrere Schlüsse ziehen. Zum einen soll umfangreich erfasst werden, welche Wildtiere sich wo in der Stadt bewegen. Zwar gebe es schon Tierbeobachtungen, etwa die „Stunde der Gartenvögel“ vom Nabu. „Aber die Daten solcher Zählungen wurden wissenschaftlich bisher nicht genutzt“, sagt Miriam Brandt (44) vom IZW. Gleichzeitig soll erforscht werden, wie Bürger der Forschung helfen können – und welchen Nutzen die Berliner selbst daraus ziehen, was sie bei der Teilnahme lernen.

Bis Sonntag läuft die erste Bewerbungsphase. Wer seinen Garten zur Verfügung stellen will, kann sich beim IZW anmelden. Die Forscher wählen 200 Kandidaten aus ganz Berlin aus. „Bei einem Workshop geben wir dann die Kamerafallen aus“, sagt Wissenschaftlerin Dr. Milena Stillfried (34). Diese werden nach Vorgaben montiert. Integriert ist ein Bewegungsmelder, der warme Objekte vor der Kamera erkennt und fotografiert. Der Infrarotblitz ist für die Tiere unsichtbar. „Nach vier Wochen werden die Bilder ausgewertet und bestimmt – auch dabei werden die Teilnehmer beteiligt“, sagt Stillfried.

Neue Erkenntnisse aus 800 Gärten

Vier solcher Runden soll es geben, am Ende sind in der Datenbank also unzählige Bilder aus 800 Gärten erfasst. „Vielleicht kann man daraus Rückschlüsse über Tiere und deren Aktivitäten ziehen und ablesen, welche Landschaftsstrukturen für deren Verbreitung eine Rolle spielen“, sagt Brandt.

Das Projekt soll auch gegen Verallgemeinerungen helfen. Denn: Viele Erkenntnisse über Berlins Tierwelt basieren auf Einzelbeobachtungen. „Aber wenn wir Wildtiere verstehen und lernen wollen, mit ihnen umzugehen, brauchen wir bessere Grundlagen“, sagt Stillfried. Für mehr Infos hier klicken.