Nach der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit wird es im November früh dunkel. Daher sieht man gegen 18 Uhr noch das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair hoch am Südhimmel. Gegen 22 Uhr zeigt der Sternenhimmel jedoch seinen typischen Herbstcharakter. Unübersehbar ist das mächtige Sternenquadrat des Pegasus, auch als Herbstviereck bekannt. Der Pegasus hat eben den Meridian durchschritten und ist in südwestlicher Richtung zu sehen.

Hoch im Süden und um den Zenit nehmen typische Herbstbilder wie Kassiopeia, Andromeda, Perseus, Fische und Widder ihren Platz ein. Tief im Süden hält sich der lichtschwache Walfisch auf. Sein pulsierender, roter Riesenstern Mira Ceti ist gerade noch mit bloßen Augen zu sehen.
Im Osten hat der Aufmarsch der Wintersternbilder begonnen. Im Nordosten strahlt die helle Kapella im Fuhrmann, etwas tiefer erblickt man die beiden Sternenketten der Zwillinge. Im Südosten hat der Himmelsjäger Orion die Sternenbühne betreten. Schon hoch im Osten steht der Stier mit seinem rötlichen Hauptstern Aldebaran.

Venus strahlt weiter am Morgenhimmel

Ein auffällig helles Gestirn glänzt neben Aldebaran: Jupiter. Der Riesenplanet dominiert den Nachthimmel. Er ist das bei weitem hellste Gestirn, bis die noch hellere Venus am Morgenhimmel für kurze Zeit erscheint. Jupiter verlagert seine Aufgänge von etwa 18.30 Uhr abends zu Monatsbeginn auf ungefähr 16.30 Uhr nachmittags am Monatsende. Zweimal zieht der fast volle Mond knapp südlich am Riesenplaneten vorbei - in der Nacht vom 1. auf 2. und vom 28. auf 29. November.

Venus strahlt nach wie vor am Morgenhimmel und übertrifft noch deutlich Jupiter an Helligkeit. Allerdings verkürzt sie ihre Sichtbarkeitsdauer. Geht Venus am 1. November noch kurz vor vier Uhr morgens auf, so erfolgt ihr Aufgang zum Monatsende erst eine Viertelstunde nach fünf Uhr morgens. Venus wandert durch das Sternbild Jungfrau und wechselt am 28. in das Sternbild Waage. Am 6. zieht sie morgens südlich am Jungfraustern Porrima vorbei.

Merkur überholt die Erde zur Monatsmitte auf der Innenbahn. Der flinke Planet gewinnt rasch westlichen Abstand von der Sonne. Zu Monatsende taucht Merkur am Morgenhimmel auf. Erfahrene Beobachter können ihn ab 26. in der Morgendämmerung knapp über dem Südosthorizont aufspüren. Ein Fernglas kann dabei hilfreich sein.

Rund 50 Sternschnuppen pro Stunde

Um die Monatsmitte zeigt sich auch Saturn erstmals am Morgenhimmel. Der Ringplanet hält sich ebenfalls im Sternbild Jungfrau auf. Zu Monatsende zieht die wesentlich hellere Venus nur eine Vollmondbreite südlich an Saturn vorbei.

Mars zieht sich vom Abendhimmel zurück. Unter sehr guten Sichtbedingungen kann man den Roten Planeten in der Abenddämmerung eine Dreiviertelstunde lang sehen, zumindest mit einem Fernglas. Mars verlässt am 12. den Schlangenträger und tritt in das Sternbild Schütze.

Vom zweiten Monatsdrittel an tritt am Morgenhimmel der Leoniden-Strom in Aktion. Die Sternschnuppen heißen so, da ihr Ausstrahlungspunkt im Sternbild Löwe liegt. Die Meteorhäufigkeit ist von Jahr zu Jahr verschieden. Zum Maximum am 17. sind dieses Mal gegen drei Uhr morgens rund 50 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. Die Leoniden sind schnelle Meteore mit Geschwindigkeiten um 70 Kilometer pro Sekunde. Mit dieser Geschwindigkeit dauert die Reise von der Erde zum Mond nur eineinhalb Stunden. Die Leoniden sind Bruchstücke des Kometen 55 P/Tempel-Tuttle.

Neumond tritt am 13. um 23.08 Uhr ein. Nur wenige Stunden später kommt der Mond mit 357.360 Kilometer in Erdnähe. Dies hat wieder einmal extreme Gezeiten zur Folge. Springfluten und ein Heben und Senken der festen Erdoberfläche um bis zu 50 Zentimeter können eventuell unliebsame Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Erdbeben bewirken - auch noch einige Tage nach Neumond.

Vier Minuten lang totale Sonnenfinsternis

Da der Mond kurz nach der Neumondphase die Erdbahnebene von Süd nach Nord passiert, zieht er vor der Sonne vorbei. Es ereignet sich am 13. eine totale Sonnenfinsternis. Für vier Minuten bedeckt der Mond die Sonne komplett. Die Sonnenfinsternis bleibt auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde unbeobachtbar. Die Totalitätszone verläuft fast ausschließlich über dem südlichen Pazifik. Nur zu Beginn kann die Finsternis vom australischen Festland aus beobachtet werden.

Vollmond wird am 28. um 15.46 Uhr im Sternbild Stier erreicht. Der Mond tritt bis zu 94 Prozent seines scheinbaren Durchmessers in den Halbschatten der Erde. Diese Halbschattenfinsternis des Mondes bleibt von Mitteleuropa aus unsichtbar, da zur Mitte der Finsternis um 15.33 Uhr der Mond bei uns noch nicht aufgegangen ist. In Asien bemerken die Bewohner eine leichte, graue Verdunkelung der Nordkalotte des Mondes. Da der Mond am 28. November 406 360 Kilometer von der Erde entfernt ist, zeigt er die kleinste Vollmondscheibe des Jahres.

Die Sonne nähert sich dem Winterpunkt ihrer Bahn, den sie aber erst im Dezember erreicht. Sie wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am 23. frühmorgens in das Sternbild Skorpion, in dem sie nur eine Woche bleibt. Schon am 29. nachmittags tritt sie in den Schlangenträger. Am 21. erreicht sie das Tierkreiszeichen Schütze.

Die Tageslänge verkürzt sich im Laufe des Novembers deutlich - in Berlin zum Beispiel um etwa eineinhalb Stunden. Am nördlichen Polarkreis in Skandinavien sind es sogar über zweieinhalb Stunden.