Der Nobelpreisträger Thomas Südhof kehrt nach Deutschland zurück. Der Stiftung Charité ist es gelungen, den Wissenschaftler für das Berliner Institut für Gesundheit zu gewinnen – wenn auch nur in Teilzeit. Er wird voraussichtlich im Herbst seine Arbeit als „Visiting Fellow“ aufnehmen, um gemeinsam mit Christian Rosenmund, Professor am Exzellenzclusters Neurocure, ein Projekt aufzubauen. Es soll sich damit beschäftigen, wie Nervenzellen im Gehirn miteinander kommunizieren und wie diese Kommunikation bei Krankheiten gestört wird.

Südhof arbeitet derzeit als Professor für Zellphysiologie an der Stanford University in Kalifornien. Im Oktober 2013 erhielt er zusammen mit zwei US-Forschern den Nobelpreis für Medizin. „Durch die Private Exzellenzinitiative von Frau Quandt sind hier in Berlin erstklassige wissenschaftliche Bedingungen geschaffen worden“, sagte Südhof. Die Unternehmerin Johanna Quandt hatte im November 2012 ihre Bereitschaft erklärt, die Arbeit des Instituts mit bis zu 40 Millionen Euro über zehn Jahre zu fördern. Südhof ist der erste Wissenschaftler, der mit den von der Stiftung Charité verwalteten Mitteln nach Berlin geholt werden konnte.

Erst vor ein paar Tagen wurde berichtet, Deutschland sei für Spitzenforscher nach wie vor zu unattraktiv. „Zu wenige der besten Wissenschaftler können gehalten oder zurückgeholt werden“, hieß es im Jahresgutachten der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission Forschung und Innovation. Um im internationalen Spitzensegment die Wettbewerbsfähigkeit des zu erhöhen, seien gute Grundfinanzierung und eine exzellente Projektfinanzierung sicherzustellen. Dies sei Voraussetzung, um sowohl internationale Talente für Deutschland zu gewinnen als auch die besten Wissenschaftler im Land zu halten. (BLZ)