Bei Microsoft gehört es zur Firmenkultur, dass die Mitarbeiter so flexibel wie möglich arbeiten können, heißt es in einem Brief der Personalchefin.  
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Der US-Software-Riese Microsoft will seinen Mitarbeitern laut Medienberichten auch nach dem Ende der Corona-Pandemie die Möglichkeit geben, von zu Hause aus zu arbeiten. Das Magazin „The Verge“ berichtete, Microsoft wolle es seinen Angestellten dauerhaft freistellen, ob sie im Büro oder im Homeoffice arbeiten wollen. Sollten sie sich für letzteres entscheiden, müssten sie ihren Büroplatz jedoch aufgeben.

„Die Covid-19-Pandemie hat uns alle vor die Herausforderung gestellt, auf neue Art zu denken, leben und zu arbeiten“, heißt es laut „The Verge“ in einem Brief von Microsoft-Personalchefin Kathleen Hogan an die Mitarbeiter. „Wir werden so viel Flexibilität wie möglich anbieten, um individuelle Arbeitsstile zu unterstützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass unser Betrieb funktioniert und wir unsere Arbeitskultur leben können.“

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP ging ein Unternehmenssprecher nicht auf die Pläne zur unbefristeten Verlängerung der aktuellen Home-Office-Regelung ein. Ziel des Unternehmens sei es aber, die Arbeitsweise bei Microsoft weiterzuentwickeln und sich dabei von „Ideen der Mitarbeiter, Daten und der Verpflichtung zur Unterstützung individueller Arbeitsstile“ leiten zu lassen.

Laut „The Verge“ arbeiten die Microsoft-Mitarbeiter in den USA wegen der Corona-Pandemie nach wie vor von zu Hause aus. Dem Bericht zufolge geht das Unternehmen davon aus, die Büros nicht vor Januar wieder öffnen zu können. Um auch danach dauerhaft von zu Hause arbeiten zu können, müssen die Mitarbeiter laut dem Bericht eine Genehmigung ihres Vorgesetzten einholen.

Die Google-Mutter Alphabet will noch länger auf Homeoffice setzen als bisher angenommen. Das „Wall Street Journal“ hatte Ende Juli aus Mitarbeiterkreisen erfahren, dass der reguläre Bürobetrieb erst im Juli 2021 wieder aufgenommen werden solle.

Google hatte Anfang März damit begonnen, seine Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Später hieß es, dass ein Großteil der 200.000 Angestellten bis Ende des Jahres von zu Hause aus arbeiten solle. Nun wurde der Termin nach hinten verschoben. Twitter hatte bereits im Mai angekündigt, dass Angestellte von nun an auch ausschließlich von zu Hause aus arbeiten dürften. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte angekündigt, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter die nächsten fünf bis zehn Jahre von zu Hause aus arbeiten könnten. 

In Deutschland hatte es zuletzt eine heftige Diskussion darüber gegeben, ob den Angstellten ein Recht auf Homeoffice eingeräumt werden sollte. Zuletzt hatte sich die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) dazu geäußert. Sie lehnt das auf Bundesebene geplante Gesetz zum mobilen Arbeiten ab.

„Ein Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice wird den unterschiedlichen Voraussetzungen an den jeweiligen Arbeitsplätzen aus meiner Sicht nicht gerecht“, sagte sie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ zu den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Katja Mast, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, sagte: „Für die SPD-Bundestagsfraktion ist das Recht auf mobiles Arbeiten noch längst nicht vom Tisch. Wer politisch mutig vorangeht, muss mit Widerständen rechnen, das sind wir gewohnt. Deshalb werden wir auch nicht nachlassen.“

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