Berlin - Die Deutschen lieben ihr Bargeld – aber auch mobiles Bezahlen liegt im Trend. Immerhin: Rund 17 Prozent der Verbraucher haben im vergangenen Jahr an der Kasse ihr Smartphone gezückt. Das belegt eine Umfrage des Handels-Forschungsinstituts EHI. Zwei Jahre zuvor waren es noch zehn Prozent weniger.

„Die Corona-Pandemie hat den Trend zu bargeldlosem und kontaktlosem Bezahlen befeuert. Und damit auch das Mobile Payment“, sagt Kevin Hackl, Experte für Banken und Finanzen beim Digitalverband Bitkom.

Große Auswahl an Apps und Systemen

Wer zum Bezahlen Smartphone statt Geldbörse zücken will, braucht dafür eine App. Die Auswahl ist groß – und etwas unübersichtlich. Denn viele deutsche Banken bieten eigene Bezahlsysteme an, aber eben nicht alle. Dabei sind etwa die Volks- und Raiffeisenbanken mit der App VR Banking oder die Sparkassen mit der App Mobiles Bezahlen.

Außerdem gibt es Apple Pay sowie Google Pay und auch Smartphonehersteller wie Samsung und Huawei bieten eigene Apps an. Auch manche Supermärkte wie Edeka oder Netto ermöglichen mobiles Bezahlen über ihre Kunden-App.

„Apps machen das Bezahlen ziemlich einfach“, sagt Markus Montz, Digitalexperte bei der Fachzeitschrift c’t. In der Bezahl-App hinterlegt ein Kunde in der Regel die Daten einer Kredit- oder Debitkarte. Wer keine besitzt, braucht einen Anbieter, der auch die Girokarte oder Paypal akzeptiert.

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Das Logo auf der Bankkarte zeigt die NFC-Funktion an.

Technologie mit Funkwellen-Symbol

„In Europa am gebräuchlichsten ist die NFC-Technologie.“ Das ist ein Funkchip im Smartphone, der die Daten beim Bezahlen an das Gerät des Händlers schickt. So ein Chip ist nicht nur im Smartphone verbaut, sondern auch in Giro- oder Kreditkarten, mit denen sich kontaktlos bezahlen lässt. Ob ein Händler die Technologie nutzt, erkennen Kunden an Hinweisen mit dem Funkwellen-Symbol.

Die meisten Menschen, die sich bislang nicht an das mobile Bezahlen herangetraut haben, geben in der EHI-Umfrage Sicherheitsbedenken an. Dabei sei es technisch gesehen sogar noch eine Spur sicherer als die Nutzung einer physischen Karte, da die Kartennummer nicht auf dem Gerät gespeichert werde, sagt Hackl.

Datenschutz hängt vom Anbieter ab

Was die Daten angeht, ist das mobile Bezahlen zumindest in Bezug auf die Kontonummer sparsam. Wie es allerdings um andere Daten steht, das kommt auf den Anbieter der App an. Am datensparsamsten sei sicher das Programm der Hausbank.

„Bei den integrierten Mobile-Payment-Lösungen der Supermarktketten teilen Kunden dagegen Informationen über ihr Kaufverhalten mit dem Anbieter. Im Gegenzug erhalten sie Rabatte oder Angebote.“ Wer das nutzt, gebe genauso viele Daten weiter, wie Verbraucher, die Treuekarten aus Plastik nutzen, so Hackl.

Keine Daten fließen dagegen an Apple. „Das Unternehmen ist an den Gebühren beteiligt, die Händler an Zahlungsdienstleister bezahlen, genauso wie Samsung Pay. Diese Unternehmen brauchen die Daten daher nicht für ihr Geschäftsmodell“, sagt Montz. Google nehme sich in den Nutzungsbedingungen dagegen einiges heraus. Der Internetriese kennt zwar den Kassenbon nicht, aber zum Beispiel den Standort des Nutzers. „Noch sollen die Daten nicht für gezielte Werbung genutzt werden, aber das kann sich jederzeit ändern.“