Der Chef hat schon dreimal gefragt, ob die Vorlage endlich fertig ist. Während des Telefonats mit einem aufgebrachten Kunden checkt man nebenbei die Mails im Posteingang. Die rechte Hand informiert rasch den Partner per SMS darüber, dass es abends wohl doch wieder später werde. Die linke steckt derweil unbewusst Schokobonbons in den Mund. Dann wird weiter unter Druck an der Vorlage gearbeitet. Als Folgen von Stress und Multitasking können Kopfschmerzen, Verspannung oder Erschöpfung auftreten. Dauerstress macht krank.

Außerdem kann sich unser Gehirn infolge des Stresses verändern, sagt der Hirnforscher Manfred Spitzer aus Ulm. Er bezieht sich auf die die Ergebnisse verschiedener Studien. Probanden, die als starke oder geringfügige Medien-Multitasker klassifiziert wurden, absolvierten kognitive Tests. Dabei zeigte sich, dass die Nicht-Multitasker die Aufgaben besser lösten, aufmerksamer und schneller waren und besser zwischen Aufgaben wechseln konnten. Spitzer glaubt, Multitasker würden sich durch ihre heftige Mediennutzung Oberflächlichkeit und Ineffektivität geradezu antrainieren.

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