Das Logo der Telekom.
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BonnSystemstörung des Internets, das weckt natürlich oft große Befürchtungen. Doch bei der Telekom konnte eine Panne, die am Mittwoch in den frühen Morgenstunden nach einer Softwareaktualisierung aufgetreten war, offensichtlich nach wenigen Stunden   behoben werden. Die Störung sei am frühen Morgen aufgetreten, inzwischen aber weitgehend behoben, sagte ein Telekomsprecher am Vormittag in Bonn.

Probleme auch bei Vodafone

„Komplette Leitungen tot. Internet und somit IP-Telefonie komplett weg. Verbindung hält nicht länger als ein bis zwei Minuten“, klagte einer von vielen Nutzern am frühen Morgen bei Twitter. Wie viele Telekomkunden von den Ausfällen betroffen waren, konnte das Unternehmen nicht sagen. Auch andere Internetanbieter wie Vodafone oder United Internet 1&1 meldeten Ausfälle, weil sie den letzten Kabelabschnitt bis zum Kunden, die sogenannte letzte Meile, von der Telekom mieten. Seit dem Vormittag stünden aber wieder alle Angebote zur Verfügung, sagte ein Sprecher von United Internet.

Auf der Webseite Allestörungen.de ließ sich in einer Grafik sehen, dass in Berlin die Störung gegen 2 Uhr morgens einsetze, ihren Höhepunkt zwischen 8 und 9 Uhr erreichte und nach 14 Uhr dann wieder fast den Nullpunkt erreichte. Bei der Berliner Polizei war am Nachmittag nichts von massiven Beeinträchtigungen bekannt.   Offensichtlich hatte die Telekom Glück, dass der Ausfall in der Nacht passierte, in der die Menschen normalerweise schlafen.

In den sozialen Medien gab es trotzdem Menschen, die sich große Sorgen machten über die Verletzlichkeit der Infrastruktur in digitalen Zeiten. „Telekom schreibt anscheinend, dass eine Einrichtung betroffen ist. Da kann man mal sehen wie ‚verletzbar‘ Deutschland ist, wenn man am richtigen Ort einen Schaden verursachen möchte. Ich finde das echt eine Schande“, schrieb eine Chrissy bei Twitter.

Kenner der digitalen Infrastruktur bewerteten den Vorfall anders. Von einem Fehler war die Rede, der möglicherweise auf einen nicht sehr professionellen Umgang mit dem Software-Programm zurückzuführen sei. Generell kommen solche Systemstörungen aber sehr selten vor, obwohl Verbesserungsprozesse bei den Anbietern fast täglich durchgeführt werden. In der Regel wird die neue Software zunächst an Entwickler-, dann an Testrechnern geprüft, bevor sie auf die Produktivrechner übertragen wird. Die Folge: In den allermeisten Fällen bemerken die Kunden nichts von einem Update.

Von einer hohen Ausfallsicherheit spricht Hannes Federrath, ein Kenner der digitalen Infrastruktur, der an Universität Hamburg lehrt und forscht und Vorsitzender der Gesellschaft für Informatik ist. Wenn doch Probleme auftreten, dann sind die Anbieter in der Regel auch auf Ausnahmesituationen vorbereitet. So werde auf Redundanzen geachtet. Im Alltag bedeutet das, dass zwei Steuerrechner vorgesehen sind, falls einer ausfällt, kann der andere die Stabilität des Systems auch alleine garantieren. „Wie bei den Bremslichtern am Auto“, sagte Federrath im Gespräch mit der Berliner Zeitung. Außerdem haben die Programmierer die Möglichkeit, die vorherige Software-Version wieder zu aktivieren. „Aber die Technik ist eben auch nicht immer fehlerfrei. Und dann kann es Stunden dauern, bis die Systeme wieder funktionieren.“

Festnetz in der Schweiz betroffen

Manchmal haben die Systemausfälle auch größere Auswirkungen. In der Schweiz waren Mitte Januar zahlreiche Notfalldienste von Polizei, Feuerwehr und anderen Rettungsdiensten in einigen Regionen nicht zu erreichen, weil das Swisscom-Festnetz für einige Zeit ausgefallen war. Die Notrufzentralen des Kantons Basel-Stadt verwiesen deswegen auf Mobiltelefonnummern. Oder den direkten Besuch einer Polizeidienststelle.

Der generelle Rat in der Schweiz gilt auf für Notfälle in Deutschland: Am besten sucht man bei einem Notfall die nächstmögliche Hilfe auf, die man findet. Das bedeutet dann zum Beispiel Nachbarn ansprechen oder nahe lebende Angehörige fragen.

Hier können sich Kunden von Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 können über den Stand der Störung informieren: