Eigentlich gibt es im Internet nur den viel beklagten „Shitstorm“, doch Grünen-Vorsitzende Claudia Roth erfuhr in diesen Tagen einen „Candystorm“. Ausgedacht hat sich das ihr Parteifreund Volker Beck, Bundestagsabgeordneter und aktiver Twitternutzer. „Wie nennt man das Gegenteil eines Shitstorms?“, fragte er am Sonntagabend auf dem Online-Netzwerk, versehen mit dem Schlagwort „Claudia two more years“, noch zwei Jahre Claudia. Kurz darauf hatte er sich festgelegt: „Ein Candystorm für Claudia“ sollte es sein.

Grünen-Politiker und Twitternutzer stiegen ein, um die Parteivorsitzende zum Weitermachen zu ermuntern. „Das Team ist nur vollständig mit Claudia“, schrieb einer. „Claudia muss bleiben“, forderten die Twitterer. Damit hatten sie Erfolg: Am Montagmorgen erklärte Roth, dass sie ihr Amt behalten will.

Shitstorm, Candystorm oder Flauschstorm

Die Piraten, die Partei mit der höchsten Twitterrate, haben als Gegengewicht zu den oft heftigen Auseinandersetzungen im Netz ebenfalls eine Art digitalen Kuschelkurs entwickelt. Im Gegensatz zum „Shitstorm“ wird der Adressat bei einem „Flauschstorm“ nicht mit unsachlicher Kritik, sondern mit Zuspruch überschüttet. Beck wollte aber einen neuen Begriff: „Ich finde candystorm besser als lovestorm oder flauschstorm“, twitterte er.

Mittlerweile hat der Candystorm auch seinen Weg zu Wikipedia gefunden. Dort heißt es „Candystorm bezeichnet seit dem 12. November 2012 in Deutschland die Überschüttung eines Empfängers mit Zuspruch und ist damit das Gegenteil eines Shitstorm.“ (cpo/dapd)

Claudia Roth bekam den ersten Candystorm, Shitstorms gab es dagegen schon viele. Wir zeigen einige der bekanntesten Fälle.