Bei der Wahl seiner Opfer ist das Masernvirus nicht wählerisch. Fußballfans, Schulklassen, Pilgerer – wichtig ist ihm vor allem, dass sie in Gruppen auftreten. Die Hundezüchter-Show, die Anfang November vergangenen Jahres im slowenischen Vrtojba stattfand, kam dem Keim deshalb sehr gelegen. Sie hatte 1100 Besucher aus 27 Ländern – es war paradiesisch für einen global agierenden Erreger. Das Virus verbreitete sich schnell in dem Balkanstaat. Kein großer Ausbruch, 44 Fälle – gegen Berlins aktuelle rund 782 ein Klacks.

Die Epidemie in dem Balkanland ist dennoch interessant, denn sie deutet an, welche Probleme Deutschland noch bevorstehen könnten. Was die Masern angeht, ist Slowenien eigentlich ein Vorzeigeland. Sechs Jahre vor den Deutschen, 1968, führte die damals noch jugoslawische Regierung bereits die Impfung ein. Impfquoten von bis zu 96 Prozent – lange Zeit waren die Masern aus Österreichs südöstlichem Nachbarstaat verschwunden.

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