Den Internetkonsum der Kinder kontrollieren. Mit Family Safety von Microsoft haben Eltern weitreichende Möglichkeiten.
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BerlinWie lange darf der Nachwuchs vorm Bildschirm verbringen? Welche Spiele darf er starten? Welche Seiten besuchen, welche Netzwerke nutzen? Kontrollmöglichkeiten für all diese Bereiche räumt Microsoft Eltern mit dem Angebot Family Safety ein.

Um die Einstellungen zu verwalten, können Erziehungsberechtigte entweder die Microsoft-Family-Safety-App auf Android- und iOS-Geräten oder eine Web-App im Browser nutzen. Alle Anwendungen sind kostenlos.

Dabei funktioniert das Begrenzen von Bildschirmzeit nicht nur für Anwendungen und Spiele auf Microsoft-Terrain wie Windows-Rechnern und Xbox-Konsolen, sondern den Angaben zufolge auch auf Android-Mobilgeräten.

Über Internetseiten- und Suchbegriffsfilter sollen Eltern zudem jugendgefährdende Inhalte von ihrem Nachwuchs fernhalten können. Auch eigene Einträge in Allow- und Blocklists für Internetadressen sind möglich. Allerdings sind diese Einstellungen nur mit Microsofts Edge-Browser auf Windows-10-Rechnern und Xbox-One-Konsolen möglich.

Ebenfalls unter Windows 10 und auf Xbox-Konsolen lassen sich Altersgrenzen definieren, anhand derer dem Alter unangemessene Spiele und Apps herausgefiltert werden. Sollen trotzdem Games für eine höhere Altersgruppe heruntergeladen werden, geht das nur mit Erlaubnis der Eltern.

Trotz der technischen Neuerung bleiben die grundsätzlichen Fragen, die nur Eltern entscheiden können. Ab wann ist es in Ordnung, wenn ein Kind ins Netz geht? Die von der Europäischen Union unterstützte Initiative klicksafe antwortet auf der Homepage auf diese Frage mit einer Gegenfrage: „Wann schicken Sie Ihr Kind allein auf die Straße, zum Einkaufen oder auf den Spielplatz? Wahrscheinlich dann, wenn Sie glauben, dass Ihr Kind sich in solchen Situationen sicher fühlt, da Sie mit ihm das richtige Verhalten im Verkehr eingeübt oder es auf den Umgang mit anderen Menschen vorbereitet haben.“

Weiter heißt es noch: „Auf jeden Fall sollten Kinder beim Erkunden des Internets nicht allein gelassen werden. Nur so kann die Berührung mit ungeeigneten oder gefährdenden Inhalten minimiert werden.“ Die Antwort richtet sich an Eltern mit Kindern, die zwischen drei und zehn Jahren alt sind.

Eine Erhebung des Hamburger Leibniz-Instituts für Medienforschung zeigte im vergangenen Jahr, dass Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren pro Tag im Durchschnitt 2,4 Stunden online sind - am Wochenende sind es gut drei Stunden. 

Auf die besonderen Auswirkungen während des Lockdowns im Frühjahr verwiesen vor einigen Tagen die Krankenversicherung DAK und das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE). Im September des vergangenen Jahres zeigten 8,2 Prozent der befragten Kinder und Jugendliche eine riskante Nutzung der sozialen Medien. Das entspricht hochgerechnet fast 440.000 der 10- bis 17- Jährigen. In den Monaten des Lockdowns stiegen die Social-Media-Zeiten werktags um 66 Prozent an – von 116 auf 193 Minuten pro Tag.