Berlin - Der Preis, die Optik, das Design – wichtige Entscheidungskriterien, wenn es darum geht, neue elektronische Geräte anzuschaffen. In den vergangenen Jahren ist auch der Aspekt der Energieeffizienz immer wichtiger geworden. Deshalb wurden die Geräte in Leistungsgruppen eingestuft, die von A+++, A++, A+ bis G gingen. Nicht wenige Konsumenten hielten das für verwirrend, deshalb gelten ab dem 1. März neue Bestimmungen. 

Die neuen Labels geben Auskunft über den exakten Stromverbrauch sowie die Eingruppierung in die jeweilige Effizienzklasse (EEK). Mit der Umstellung auf die neue Skala steigen die Anforderungen an die Sparsamkeit der Geräte, schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Website. Deshalb wird am Anfang kein Gerät mit dem Bestwert A ausgezeichnet, das soll den Anreiz bei den Herstellern wecken, die Sparsamkeit der Geräte zu steigern. 

Die grundsätzliche Einteilung auf der Farbskala von grün bis rot bleibt allerdings erhalten: Je weiter vorn im Alphabet und je grüner ein Gerät eingestuft wird, umso effizienter arbeitet es. Außerdem finden sich auf dem Energielabel, je nach Produktgruppe, Angaben über den Jahresstromverbrauch und die Gerätelautstärke.

Bisher sind Konsumenten am besten mit einem Elektrogerät der Energieeffizienzklasse A+++ gefahren. Worauf sollten sie in Zukunft achten? „Im Prinzip braucht man gar nicht umzudenken. Das Umdenken betrifft ja eigentlich nur die Einteilung der Klassen“, erklärt Ralf Diekmann vom Tüv Rheinland das neue Bewertungssystem. „Und der Grundgedanke, dass man nach energieeffizienten Geräten Ausschau halten sollte, der gilt weiterhin.“

Die Diskussion um die Einstufung wirft auch die Frage auf, ob es sich lohnt, ältere Geräte auszutauschen. Diekmann empfiehlt: „Der Endverbraucher muss erst einmal sein Lebensumfeld genau überprüfen. Wie oft nutze ich das Gerät? Lebt man beispielsweise in einem Vier-Personen-Haushalt und die Waschmaschine läuft jeden Tag, war es bei der bisherigen Geräte-Entwicklung in der Regel nach sechs bis sieben Jahren an der Zeit, das alte Gerät gegen ein energieeffizienteres auszutauschen.“

Grafik: BLZ/Hecher, Quelle: Europäische Kommission, dpa

Anders wäre dies bei einem Single-Haushalt, wo die Waschmaschine nur einmal die Woche läuft. „Der Umstieg auf ein neues Gerät kann dann deutlich später erfolgen. Das würde sich ökologisch und auch finanziell nicht rechnen“, sagt Diekmann. Er rät: „Schauen Sie sich die Energiekosten des jetzigen Gerätes an und vergleichen Sie die mit neuen Modellen. Und dann werden Sie schnell herausfinden, ob ein neues Gerät Sinn macht oder nicht.“

Auch aus ökologischer Sicht sei ein vorzeitiger Austausch wenig sinnvoll, wenn die Geräte noch optimal funktionieren, technisch in einwandfreiem Zustand sind und eben nicht so oft genutzt werden. „Jedes neue Gerät bringt allein schon über den Ressourcen- und Energieeinsatz bei seiner Produktion eine gewisse Umweltlast mit“, sagt Diekmann.

Auch die Ladegeräte von Smartphones oder Laptops sind Stromfresser, wenn sie dauerhaft in der Steckdose sind. Tom Raulien, Projektleiter für den Dialog Energieeffizienz bei der Deutschen Energie-Agentur erklärt, dass der Stromverbrauch unter anderem daran erkennbar ist, ob die Geräte warm werden. Dann, rät er, empfiehlt es sich, konsequent den Stecker zu ziehen oder eine Mehrfachsteckdose mit Ein- und Ausschalter zu nutzen.

Und dann sind da noch die sogenannten smarten Haushaltsgeräte. Sie benötigen einerseits aufgrund der umfangreicheren IT wie Modem und Wlan-Verstärker  zusätzlichen Strom. „Andererseits bieten Smart-Home-Geräte verschiedene Optionen, um im Haushalt Strom zu sparen“, sagt Tom Raulien.

Laut einer Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW steigt der Stromverbrauch für smarte Geräte je nach Komfort und Sicherheitsausstattung um 3 bis maximal 19 Prozent an. Zugleich lassen sich zwischen 9 Prozent Heizenergie in der Wohnung und 14 Prozent im Haus mit entsprechender Technik einsparen.