Köln - Der US-Amerikaner Chris Roberts hat offenbar mehrere Jahre lang filmreif mit Sicherheitsbehörden und Flugzeugherstellern gespielt. Wie aus einem öffentlichen Dokument des FBI hervorgeht, will sich der Computerexperte mehrfach in die Systeme von Passagierflugzeugen eingehackt haben. Der US-Nachrichtensender CNN berichtet unter Berufung auf die FBI-Akte, dass es dem Hacker in einem Fall sogar gelungen sein soll, die Triebwerke des Flugzeugs zu kontrollieren.

Demnach hatte die amerikanische Bundespolizei Roberts im April am Flughafen von Syracuse in Gewahrsam genommen. Grund dafür waren öffentlich einsehbare Twitter-Meldungen, in denen er während des Flugs nach Syracuse über das Manipulieren der Bordsysteme gescherzt hatte. Darüber hinaus hatte das FBI Roberts bereits im Februar und März verhört. Dabei hatte er angegeben, sich zwischen 2011 und 2014 bis zu 20 mal in das Unterhaltungssystem an Bord von Personenflügen eingeklinkt zu haben.

Im April behauptete Roberts gegenüber dem FBI, er habe das Flugzeug auf dem Weg nach Syracuse für kurze Zeit leicht seitwärts fliegen lassen. Mit einem Ethernet-Kabel habe er seinen Laptop mit der Elektronikbox unterhalb seines Sitzes verbunden, von wo aus er in das Nervenzentrum der Maschine eindringen konnte. Der Laptop und weitere mitgeführte elektronische Geräte wurden Roberts nach der Landung abgenommen, weil das FBI durch ihn die öffentliche Sicherheit gefährdet sah.

Den Ermittlern sagte er während des anschließenden Verhörs, er wolle mit seinen Aktionen auf Sicherheitslücken bei den Maschinen der Hersteller Boeing und Airbus aufmerksam machen. Die Firma Boeing stritt die Existenz solcher Lücken ab und äußerte in einer Stellungnahme Zweifel an der Richtigkeit von Roberts Aussagen. (cst)