Berlin - Die Auswirkung der Corona-Krise hat auch das Berliner Start-up Quandoo heftig getroffen. Nach Angaben einer Firmensprecherin sollen 20 Prozent der Belegschaft ihre Kündigung erhalten haben. Die Plattform Gründerszene berichtete, dass 87 Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen und Ländern betroffen seien. Mehr als 430 Angestellte zählte Quandoo vor der Entlassungswelle.

Quandoo gehörte kurz nach seiner Gründung vor neun Jahren zu den Hoffnungsträgern in Berlin. Das Unternehmen galt als eine der führenden Online-Plattformen für Restaurantreservierungen, kurze Zeit nach der Gründung wurde es für fast 200 Millionen Euro an den japanischen Konzern Recruit Holdings verkauft.

Die Gastwirte können sich bei Quandoo auf starkes Onlinemarketing und eine Software für die Restaurantverwaltung verlassen, die Gäste haben die Möglichkeit, sich in Sekundenschnelle einen Tisch zu reservieren, heißt es auf der Webseite. Vor drei Jahren gab es die ersten Restaurantreservierungen aus Basis künstlicher Intelligenz, auch die Kooperation mit Instagram wurde in dem Jahr 2018 gefeiert.

Doch dann kam die Pandemie. Das deutsche Team wurde 2020 in Kurzarbeit geschickt, auch in anderen Ländern wurden ähnliche Maßnahmen durchgeführt. „Aufgrund des anhaltenden Lockdowns und der Einschränkungen müssen wir leider mehr Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden unseres Unternehmens zu fördern“, heißt es in dem aktuellen Statement des Unternehmens.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass ein anderes Start-up ebenfalls große Sorgen hat. Getyourguide hat sich auf die Vermittlung von geführten Touren im Urlaub spezialisiert, doch da die Bürger nicht mehr verreisen konnten, erlitt das Geschäft einen enormen Einbruch. Die Folge: 90 Mitarbeiter, knapp ein Sechstel der Belegschaft, erfuhren im Oktober, dass sie gehen müssen. 

Getyourguide hatte vor zwei Jahren den Unicorn-Status erreicht, wurde also mit mehr als einer Milliarde Euro von Investoren bewertet. Im März 2020, zu Beginn der Pandemie, sanken die Umsätze der Firma dann auf null.