Menschen zusammenbringen und von großen Ideen überzeugen – das ist eine der Aufgaben von Philipp von der Wippel.
Foto:  Samuel Groesch

BerlinEr ist 16 Jahre alt, Austauschschüler in England, als er eine Einladung ins britische Parlament erhält. Philipp von der Wippel soll mit seinem Freund aus Syrien darüber sprechen, wie es den Menschen in dem vom Krieg erschütterten Land geht. Ein großer Tag für ihn, die Reihen sind voll, auch Regierungschef David Cameron ist gekommen. 

Dieser Tag hat das Leben von Philipp von der Wippel geprägt. In der Schule hatte er mit seinem Freund Ibrahim  das Projekt gestartet, gemeinsam wollten sie andere Kinder über die Lage in Syrien informieren, direkt durch Skype-Gespräche mit Verwandten seines Freundes. Das sprach sich herum, und so kam es zum Auftritt im Parlament. Seitdem begleitet ihn die Frage, was er tun kann, wenn irgendwo große Probleme auftreten.

Es geht immer um die Frage, die ihn schon damals im Teenager-Alter bewegte: Wie schaffen wir ein neues Verständnis, was die großen Themen unserer Zeit angeht? Und wie finden wir ideenreiche Lösungen? Als im März das Corona-Virus das Land veränderte, rief von der Wippel mit seiner gemeinnützigen Organisation ProjectTogether und sechs weiteren Organisationen  zum Hackathon #WirVsVirus auf, 29.000 junge Menschen erarbeiteten an einem Wochenende Hilfsprojekte, die von Bundesregierung unterstützt werden.

Herausgekommen sind Lösungsansätze, von denen die Agentur für Arbeit profitiert, wenn es um das Beantragen von Kurzarbeiter-Geld geht. Teilnehmer des Hackathons  unterstützen auch die Koordinierungsstelle „Häusliche Gewalt“ in Niedersachsen. Die Teams arbeiten bundesweit weiter, natürlich sind sie digital vernetzt. 

An diesem Wochenende geht ein neues Projekt an den Start: Bei der „Farm-Food-Climate Challenge“ sollen mehr als 100 Gründer-Initiativen an Ideen für einen klimapositiven Agrar- und Ernährungssektor arbeiten. Große Lebensmittel-Unternehmen sind dabei, auch Experten der Landwirtschaft und viele junge Macher.

Inzwischen ist von der Wippel 24 Jahre alt und lebt in Berlin, auch die Obama-Stiftung hat schon über ihn berichtet. Wohin soll sein Ansatz der Zivilgesellschaft 4.0 führen? Will er vielleicht irgendwann Kanzler sein? „Die Frage ist mir fremd“, antwortet er, „ich will da sein, wo ich am meisten beitragen kann für die Gesellschaft.“ Und zwar sofort.

Das Farm-Food-Climate Bootcamp beginnt an diesem Freitag, 24.07.2020, um 16 Uhr und richtet sich bis Sonntag an Menschen, die sich in Sachen klimapositive Landwirtschaft und Ernährung engagieren wollen. Teams können sich mit ihren Ideen bis zum 31. Juli bewerben. Weitere Infos gibt es auf der Webseite https://projecttogether.org/ffc-bootcamp

Korrektur: In der ursprünglichen Fassung stand, dass ein Team auch an der Entwicklung der Corona-Warn-App mitgewirkt habe. Das entspricht aber nicht den Tatsachen.