Propionibacterium acnes type Zappae heißt der besagte Erreger. Dessen Besonderheit ist, dass er Weinstöcke befällt. Vor 7000 Jahren war er irgendwie vom Menschen auf Weinpflanzen geraten. Inzwischen kann er ohne diese nicht mehr leben. Zwei italienische Forscher berichten im Fachblatt Molecular Biology and Evolution über ihre Entdeckung, die der erste Beleg für eine Mensch-zu-Pflanze-Übertragung einer Mikrobe sei.

Aber warum nannten die Forscher das Pickel verursachende Bakterium nach Frank Zappa? Jemand vermutet, weil Zappa selbst von Pickeln gesungen habe, und zwar in dem drastischen Song „Jewish Princess“ über ein Mädchen, das er sich erträumt. Dort sei von „sandgestrahlten Pickeln“ die Rede – im Zusammenhang mit Brüsten. Doch bei den „sand-blasted zits“ im Originaltext wird es sich wohl kaum um Akne-Pickel gehandelt haben.

Die Spinne David Bowie

Die Biologen erklären, dass die Entdeckung des Akne-Bakteriums auf Weinstöcken für sie völlig unerwartet gekommen sei. Normalerweise hat das Hautbakterium Propionibacterium acnes da nichts zu suchen. Aber es fand dort, nachdem es vom Menschen auf die Weinpflanzen gelangt war, eine neue Nische in der Rinde und im Mark des Weinstocks. Ähnlich unberechenbar wie die Bakterien sei auch der exzentrische Musiker Frank Zappa in seinem Verhalten gewesen, so die Forscher. Dies klingt etwas bemüht. Eher zutreffend ist wohl diese Erklärung: „Als wir das Bakterium entdeckten, hörten wir gerade ein Zappa-Album im Auto.“ Offenbar scheint Frank Zappa, der von 1940 bis 1993 lebte, unter Forschern viele Fans zu haben. Nach ihm sind unter anderem auch ein Weichtier benannt, das vor 300 Millionen Jahren lebte, sowie eine Fischgattung, Quallen, Spinnen und ein Asteroid.

Forscher geben neu entdeckten Pflanzen, Tieren oder Bakterien oft Namen, die ihnen gerade durch den Kopf gehen. So wurde jüngst ein 500 Millionen Jahre altes Fossil Kooteninchela deppi genannt – nach dem Schauspieler Johnny Depp. Denn der versteinerte Urahn der Hummer und Skorpione erinnerte den Forscher an „Edward mit den Scherenhänden“, den Depp einst spielte. Manchmal gibt es aber auch keinen Bezug. Etwa bei den Spinnen, die nach David Bowie oder Loriot heißen. Pro Jahr würden etwa 500 Spinnenarten neu entdeckt, sagt ein Forscher. Da gehen einem irgendwann die passenden Namen aus.

Manchmal wird auch jemand wegen seiner Entdeckung geehrt. So erhielt eine Flugsaurierart in England den Namen Vectidraco daisymorrisae. Denn das kleine Mädchen Daisy Morris hatte die 115 Millionen Jahre alten Knochen am Strand der Isle of Wight gefunden. Und wenn man niemanden auszeichnen kann oder sich gerade kein Prominenter findet? Dann muss man sich anders zu helfen wissen. Wie jene beiden deutschen Insektenforscher, die in Papua-Neuguinea auf einen Schlag Hunderte Rüsselkäfer-Arten entdeckten. Sie gaben ihnen Namen aus dem örtlichen Telefonbuch.