Der Hinweis der Paketzusteller, dass die Lieferung in der nächsten Filiale oder in der Nachbarschaft abgeholt werden kann, macht vielen Kunden schlechte Laune. Statt die Ware bequem an der Wohnungstür entgegenzunehmen, muss der Empfänger doch wieder los. In Berlin ist jetzt ein Pilotprojekt gestartet worden, das mit digitaler Technik eine Alternative bieten will.

Kunden des Herrenmode-Ausstatters Outfittery können sich in nächster Zeit ihre Pakete in den Kofferraum ihres Autos liefern lassen. Die Berliner Mode-Experten kooperieren mit dem Paketdienst DHL und „We Deliver“ vom Volkswagen-Konzern.

Technisch soll das so funktionieren: Bei der Bestellung gibt der Kunde Daten seines Autos an, damit der Paketzusteller das Fahrzeug per GPS orten kann. Der Zusteller erhält per Smartphone einen Zugang, um den Kofferraum einmalig zu öffnen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Kunde das Auto an einem öffentlich zugänglichen Ort geparkt hat.

Dienst ist beschränkt

Allerdings können am Anfang nicht alle Berliner mitmachen, der Dienst ist beschränkt auf Bewerber, die älter als 21 Jahre alt sind, regelmäßig online einkaufen und sich unter deliver.we-vw.com anmelden. Wer akzeptiert wird, erhält für vier Wochen einen VW Polo, der mit entsprechender Technik ausgestattet ist. In den eigenen Wagen werden die Bestellungen noch nicht geliefert. Bei Volkswagen haben die Manager erkannt, dass Mobilität nicht mehr der einzige Grund ist, ein Auto zu kaufen. Großstädter verlassen sich gerne auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Zusatzangebot hoffen sie auf Pluspunkte bei potenziellen Käufern. Auch für Outfittery geht es um den Service. „Unsere Kunden wollen ihre Freizeit nicht in der Warteschlange an der Postfiliale verbringen“, sagte Anna Alex, Gründerin von Outfittery.

Elektrisch betriebener Postbote

Bei der Post sind die Verantwortlichen nicht nur auf der Suche nach modernen Zustellformen für Pakete, sondern auch für Briefe. In Bad Hersfeld startet das Unternehmen einen Testlauf mit einem Zustellroboter, der die Arbeit der Briefträger vereinfachen soll. Dabei transportiert ein elektrisch betriebener Postbote, der mittels Sensoren dem Zusteller folgt und ihn vom Gewicht der Sendungsmenge entlastet, mehrere Briefbehälter. Von dem sechswöchigen Test, der am Mittwoch beginnen sollte, erhoffe sich die Post neue Erkenntnisse über die vereinfachte und leichtere Zustellung, hieß es. (mit dpa)