Homeoffice ist da, wo man sitzen kann: mutiger Versuch in Kreuzberg.
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BerlinAm Anfang war der Laptop und ein Headset, doch wer auf Dauer im Homeoffice arbeitet, benötigt mehr Möglichkeiten: Gruppen, die zusammen ein Dokument wie etwa ein Rundschreiben, ein Referat oder eine Kalkulation verfassen wollen, finden im Internet alles, was sie zum gemeinsamen, aber örtlich getrennten Arbeiten brauchen. Webbasierte Programme gibt es für jedes Stadium eines Projekts.

Schon der Termin für das erste Meeting lässt sich über das Netz organisieren. Bei doodle.com/de, kulibri.com oder terminplaner4.dfn.de erstellt einer der Beteiligten eine Liste mit Terminvorschlägen und zusätzlichen Anfragen etwa zur Arbeitsverteilung. Aus den Daten generieren die Dienste eine interaktive Webseite, auf der per Mail eingeladene Mitarbeiter über die Vorschläge abstimmen oder Kommentare hinterlassen können.

Ist ein passender Zeitpunkt gefunden worden und das virtuelle Treffen beginnt, gilt es zunächst, sich grundlegende Gedanken zu machen. Um sämtliche Geistesblitze festzuhalten, bieten wisemapping.com und lucidchart.com Plattformen fürs Brainstorming. Auch diese Seiten sind ganz problemlos zu handhaben: Der Schriftführer gibt das Thema vor, zu dem jeder gleichzeitig Stichworte durch Eingabe am Rechner einbringen kann. Die Nutzung der Dienste setzt lediglich eine kostenlose Registrierung voraus.

Steht die Grundidee, geht es, die nützlichen Einfällen in Strukturen zu bringen und Inhalte zuzuordnen. Dabei helfen wiederum sogenannte Mind-Mapping-Tools wie mindmeister.com/de oder die englischsprachige Seite bubbl.us. Sie stellen das Ziel als Ausgangspunkt in die Mitte, von dem Äste mit Verbindungen und Knoten ausgehen. Auf diese Weise werden Schwerpunkte und mögliche Arbeitsgänge schnell ersichtlich.

Welche Software für die schriftliche Ausführung der Konzepte verwendet wird, hängt davon ab, wie genügsam die Gruppe ist. Will sie lediglich zusammen einen Text verfassen, reicht ein gemeinsam genutztes Konto auf cryptpad.piratenpartei.de. Der simple Online-Editor stellt die Eingaben der Autoren in verschiedenen Hintergrundfarben heraus und ermöglicht Absprachen über einen integrierten Chat. Noch einfacher funktioniert eigentlich nur yopad.eu. Eine Überschrift für das Dokument eingeben, eine Bestandszeit festlegen - schon generiert die Plattform ein Textfeld mit Chat-Funktion.

Deutlich leistungsfähiger sind die Angebote von Googles Docs und die Office Apps von Microsoft. Über ihren Browser verfassen die Teammitglieder Texte, Tabellen, Präsentationen sowie Notizen und ändern oder erweitern sie bei Bedarf in Echtzeit. Mithilfe von Add-ons lassen sich die Möglichkeiten der Dienste sogar noch erweitern. Sowohl Google als auch Microsoft stellen die Anwendung gratis zur Verfügung, allerdings müssen User bei ihnen angemeldet sein.

Nach getaner Arbeit können sich alle Beteiligen noch bei trink-genosse.de treffen. Das ist eine in Köln gegründete virtuelle Bar, die ihre Besucher per Videochat miteinander verbindet. Bester Ort für ein Feierabend-Getränk.