Berlin ist noch immer Spitzenreiter in der Start-up-Szene.
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BerlinEnde des vergangenen Jahres bezeichnete der Regierende Bürgermeister Michael Müller Berlin noch als einen Sehnsuchsort für Menschen in aller Welt. Für Bürger aus dem Start-up-Bereich scheinen sich in den vergangenen zwölf Monaten durchaus Träume erfüllt zu haben. Jedenfalls zeigen die Zahlen der Unternehmensberater von Ernst und Young (EY), dass noch nie so viel Geld in deutsche Start-ups investiert wurde - und das meiste ging wie schon in den Vorjahren nach Berlin.

Zahl der Start-ups, die 2019 eine Finanzierung bekommen haben.
Grafik: BLZ/Hecher

Insgesamt erhielten die Gründer und Jungunternehmer im vergangenen Jahr 6,2 Milliarden Euro, das waren 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg um 13 Prozent auf 704. Und die Absahner sitzen in der Hauptstadt: Start-ups aus der Hauptstadt erhielten bei 262 Finanzierungsrunden insgesamt 3,7 Milliarden Euro – ein Anstieg um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Berlin dominiert nach wie vor die Start-up-Szene und wird auch weiterhin der international bedeutendste deutsche Leuchtturm bleiben, 

stellte Peter Lennartz, Partner bei EY, fest.

Hartnäckiger Verfolger ist Bayern. Dort beträgt die Summe 1,55 Milliarden Euro, ein Plus von 93 Prozent. Ministerpräsident Markus  Söder (CSU) verfolgt im Süden das ehrgeizige Ziel, Bayern zu einem der führenden Digital-Länder Europas zu machen.

Meiste Geld floss an junge Mobilitätsanbieter

Für das starke Plus war vor allem der Mobilitätsanbieter FlixMobility verantwortlich, der angeblich 500 Millionen Euro erhalten haben soll – die größte je an ein deutsches Start-up geflossene Summe. „Top-Start-ups hatten im vergangenen Jahr erneut kaum Probleme, an frisches Kapital zu kommen, die Zahl der deutschen Unicorns ist 2019 weiter gestiegen“, beobachtete Peter Lennartz.

Die Investitionssumme zeigt auch, wohin der Trend geht: Die Dominanz von E-Commerce-Geschäftsmodellen wurde nach Angaben von Ernst und Young im Jahr 2019 endgültig gebrochen: Das meiste Geld floss mit 1,6 Milliarden Euro an junge Mobilitätsanbieter – neben FlixMobility auch an GetYourGuide - einem Berliner Start-up, das dabei hilft, einen Touristenführer in einer Urlaubsmetropole zu finden.

Auf dem dritten Platz folgt mit einem Investitionsvolumen von 361 Millionen Euro die Berliner Gebrauchtwagenplattform Frontier Car Group. Im Branchenranking belegen FinTechs und Software-Unternehmen mit 1,3 und 1,2 Milliarden Euro die Plätze zwei und drei.