Körperkontakt und direkte Berührung war im vergangenen Jahr bei der re:publica noch kein Problem. 
Foto: re:publica/Jan Zappner

BerlinDie Anbieter von öffentlichen Veranstaltungen und Konzerten experimentieren zurzeit intensiv, was denn möglich ist in der Corona-Zeit. Die Gesellschaftskonferenz re:publica versuchte es im Frühjahr mit einem Online-Tag, präsentierte die besten Sprecher im Netz, schaffte Raum für Diskussionen und einen Platz fürs Biertrinken. Jetzt kündigte Geschäftsführer Andreas Gebhard ein neues Format an. „Durch die Absage der #rp20 ist uns nicht nur ein großer wirtschaftlicher Schaden entstanden, sondern wir alle haben schmerzlich gemerkt, wie wichtig die re:publica als Ort der digitalen Gesellschaft ist. Daher bieten wir mit dem #rpCampus eine weitere Plattform“, teilte er mit. 

Geplant ist ein Programm, das sich über vier Wochen erstreckt und vom 6. September bis zum 4. Oktober jeweils vier Schwerpunktthemen der aktuellen Debatten abbilden soll. Werktags wird von 17 bis 20 Uhr auf der Plattform campus.re-publica.com sowie auf YouTube ein kostenfreies Programm mit Kurzvorträgen, Panel-Diskussionen, Interviews und Tutorials präsentiert. In digitalen Diskussionsräumen, den Deep Dives, gibt es Fragerunden mit den beteiligten Sprechern. 

Jede Themenwoche soll mit einem Werkstatt-Tag enden, der um ein analoges Format ergänzt wird: Dort können Menschen vor Ort dabei sein oder sich online zuschalten, eine Hybrid-Lösung also. Auf diese Weise soll ein Kontakt zwischen den Teilnehmern und den Akteuren hergestellt werden. 

Eine denkmalgeschützte Fabrikhalle in Berlin-Neukölln dient als Kulisse für die Aufzeichnungen und Livestreams und ist der Ort, an dem die hybriden und auch analogen Formate unter Berücksichtigung der geltenden Hygienevorschriften stattfinden sollen.

Parallel zu den Themenwochen ist dort auch eine interaktive Ausstellung geplant, die während des gesamten Zeitraums  von sonntags bis donnerstags (nach vorheriger Online-Registrierung) besucht werden kann. Sie steht unter dem Motto „Netz Werke – Eine Ausstellung zum Leben im Netz“. Es geht um die Vielfalt einer vom Leben im Netz beeinflussten und inspirierten Kultur. Die Ausstellung soll spielerisch technische Digital-Phänomene aufgreifen.

Den Abschluss macht die Themenwoche Netzfest vom 28. September bis 1. Oktober. Nach der Veranstaltungsreihe Netzfest in den Jahren 2018 und 2019 im Park am Gleisdreieck, findet das Fest erstmalig in digitalen und hybriden Formaten statt. In gestreamten Live-Sessions, mit Video-Tutorials und einem Werkstatt-Tag soll Zuschauern aller Altersgruppen Digital-Medienkompetenz zu Themen wie Grundlagen des Netzes, Demokratie im Netz, Schule digital, Nachhaltigkeit, Inklusion und Datensicherheit vermittelt werden. „Mit dem re:publica Campus starten wir ein völlig neues Format in Berlin. Ich bin sehr aufgeregt und gespant darauf, wieder einen Prototypen zu gestalten und zu testen“, sagte Gebhard.