Kaum jemand kennt sie – doch Riechstörungen kommen in der Praxis überraschend häufig vor. „Studien zeigen, dass etwa fünf Prozent der Bevölkerung gar nichts riechen. Weitere 15 bis 20 Prozent haben ein Riechproblem“, berichtet Thomas Hummel, Leiter des Arbeitsbereichs Riechen und Schmecken an der Universitäts-HNO-Klinik Dresden. „Das kann bedeuten, dass sie Gerüche abgeschwächt oder verändert wahrnehmen oder aber Gerüche riechen, die gar nicht da sind.“ Vielen Betroffenen wird die Bedeutung des Geruchssinns erst bewusst, wenn sie ihn verloren haben. Auf einmal fehlt der Duft von Frühlingsblumen, von frischen Brötchen, der vertraute Geruch des Partners. Gerüche, die Erinnerungen an alte Zeiten weckten, existieren nicht mehr. Und Braten, Gemüse und Kuchen schmecken gleichermaßen fade – denn der Großteil ihres Aromas kommt durch Geruchsstoffe zustande.

Häufig nimmt die Riechfähigkeit einfach mit zunehmendem Alter allmählich ab – und zwar bei Männern stärker als bei Frauen. So ist ab dem 50. Lebensjahr etwa jeder Vierte und ab dem 70. Lebensjahr etwa jeder Zweite von einer Riechstörung betroffen. Der Geruchssinn kann jedoch auch abrupt und in jungen Jahren verloren gehen. Manche Menschen werden sogar ohne die Fähigkeit zu riechen geboren.

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