Manchmal helfen Roboter in der Fabrik, manchmal im Supermarkt - manchmal sind sie aber auch einfach nur Sportzuschauer, wie hier bei dem Baseballspiel zwischen den Teams Fukuoka SoftBank Hawks und Chiba Lotte Marines. 
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BerlinSchon vor der Corona-Pandemie war die Roboterdichte groß in Deutschland, im weltweiten Vergleich rangierte die Bundesrepublik hinter Singapur und Südkorea auf Rang drei. Die Maschinenbau-Sparte Robotik und Automation rechnet zwar national mit einem deutlichen Umsatzrückgang in diesem Jahr, wie der Branchenverband VDMA Robotik + Automation mitteilte. Die Wachstumsperspektiven für die Zeit nach Covid-19 beurteilten die Hersteller allerdings positiv.

Zu den wichtigsten Vorteilen der Robotik gehören für rund 80 Prozent der Industrie-Entscheider, dass  Mitarbeiter von gesundheitsgefährdenden Aufgaben entlastet werden könnten; die Fertigung lasse sich mit Robotern schnell auf neue Aufgaben umstellen, zudem könnten sich Produktionskosten senken lassen.

Wie so etwas auch in anderen Bereichen aussehen kann, haben Restaurantkunden in Spanien erlebt, denen Getränke und Speisen von einem Roboter direkt an den Tisch gebracht wurden. In einem deutschen Supermarkt in Schleswig-Holstein wies ein technisches Wesen die Kunden auf die Abstandsregeln hin. „Den Sicherheitskräften hat kaum ein Kunde zugehört, aber von Pepper sind die Leute fasziniert“, sagte  Marktinhaber Christian Höfling im April. Der freundliche kleine Mitarbeiter erklärte den Kunden alle drei Minuten die Abstandsregeln im Kassenbereich und an den Bedientheken des Marktes. Eigentlich wollte Chef Christian Höfling Pepper erst in zwei Jahren, nach dem geplanten Umzug in ein größeres Geschäft, einziehen lassen. „Doch dann kam die Corona-Krise, und da habe ich mich entschlossen, den Roboter schon jetzt anzuschaffen“, berichtet Höfling.

In Österreich half ein Roboterarm bei der Zeugnisübergabe. Die Absolventen der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Kaindorf bekamen ihre Reife- und Diplomzeugnisse auf diese Weise ausgehändigt, bestätigte Direktor Günter Schweigler in einen Bericht des ORF. So wurde der Mindestabstand bei der Übergabe des Dokuments eingehalten. Das Verfahren sei bei Schülerinnen und Schülern gut angekommen.

Die Idee stammte vom Leiter der Roboter-Werkstatt, die Schüler hätten den Roboter entsprechend programmiert, sagte Schweigler. „Wir haben in der Abteilung für Automatisierungstechnik einen Roboter stehen. Unsere Schüler programmierten die Bewegungen und auch die Geschwindigkeit dieses Arms, und dieser Arm wird halt nicht in Fabriken eingesetzt, sondern eben dafür, das Zeugnis mit einem guten Schwung zu überreichen“, sagte der Schulleiter. Es habe fast alles reibungslos geklappt. Nur einmal sei ein nicht richtig eingelegtes Zeugnis aus der Mappe gefallen. „Aber das war nicht der Fehler des Roboters, sondern ein menschlicher Fehler.“