Weltweit sorgt die Schadsoftware Emotet in neuer Form für Gefahr. 
Foto: Imago/Andrew Brookes

BerlinEmotet heißt die Schadsoftware, die zurzeit als eine der größten Bedrohungen weltweit gilt und auch in Deutschland aktuell hohe Schäden verursacht. Weil der Trojaner Adressbücher und Nachrichten auf den Rechnern seiner Opfer ausliest, fiel es ihm bislang so leicht, sich per Mail weiterzuverbreiten: Die Empfänger ahnten nichts Böses, weil sie den Absender kannten oder sogar ihre eigenen Konversationen wiedererkannten. 

Neuerdings greift sich Emotet auch die Anhänge von E-Mails auf Rechnern, die er befallen hat – und nutzt auch sie, um den Empfängern die vermeintliche Echtheit der Spam-Nachrichten vorzugaukeln, berichtet das Fachportal „Heise online“.

Unterm Strich erhöhe das die Glaubwürdigkeit und Gefährlichkeit der Emotet-Mails – egal, ob der Trojaner so an die Kommunikation zu existierenden Projektplanungen in Unternehmen anknüpft oder an einen privaten Mailwechsel zwischen Bekannten, die einen gemeinsamen Urlaub planen. Unterm Strich handelt es sich um einen teilautomatisierten Social-Engineering-Angriff.

Glaubwürdiger heißt gefährlicher

Als wichtigste Schutzmaßnahme gilt deshalb: Auch und gerade bei vermeintlich bekannten Absendern Anhänge – insbesondere Office-Dokumente – nicht gleich öffnen und auf Links nicht sofort klicken. Im Zweifel sollte man beim angeblichen Absender anrufen, um den Versand der Mail, ihren Inhalt und die Anhänge zu verifizieren. Das Ausführen sogenannter Makros in Office-Dokumenten sollte man in den Einstellungen seines jeweiligen Office-Programms deaktivieren.

Ist Emotet erst einmal auf den Rechner gelangt, nimmt nämlich das Unheil seinen Lauf: Der in einem Botnet organisierte Trojaner lädt etwa nicht nur Onlinebanking-Zugangsdaten und ausspionierende Schadsoftware, sondern auch Verschlüsselungstrojaner nach.

Schadsoftware wird nachgeladen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Anwendern grundsätzlich, regelmäßig alle ihre Daten auf einem externen Datenträger zu sichern, um einem Totalverlust durch einen Schädlingsbefall vorzubeugen, bei dem die Daten verschlüsselt oder gelöscht werden.

Anwender, deren System von Emotet befallen worden ist, sollten der Behörde zufolge sofort ihr Umfeld über die Infektion informieren, denn Mail-Kontakte und speziell die letzten Konversationspartner sind besonders gefährdet. Zudem sei es sinnvoll, alle Passwörter zu ändern, die auf befallenen Rechnern gespeichert waren – etwa in Browsern.

Und auch nach einer Emotet-Infektion hören Ärger und Arbeit nicht auf. Anwender setzen betroffene Rechner am besten neu auf, empfiehlt das BSI. Der Trojaner und nachgeladene Schadsoftware nähmen teils tiefgreifende und sicherheitsrelevante Änderungen am System vor. Man kann nur nach einer Neuinstallation ganz sicher sein, keine schädlichen Überreste mehr auf der Festplatte zu haben.