Schlag gegen Raubkopierer: Razzia gegen Betreiber von Portal kinox.to

Köln - Die Behörden gehen offenbar massiv gegen die Film-Plattform kinox.to vor. Auf Betreiben der Staatsanwaltschaft Dresden hat die Polizei ein Wohnhaus in Lübeck durchsucht, in dem die beiden Hauptverdächtigen leben. Nach Spiegel-Informationen handelt es sich bei den Betreibern um zwei Brüder im Alter von 25 und 21 Jahren, die noch bei ihren Eltern leben. Sie sollen flüchtig sein.

Kinox.to gehört zu den 50 meistbesuchten Websites in Deutschland und stellt Links bereit, über die Kinofilme online angesehen werden. Dabei handelt es sich um Raubkopien. Wie der Spiegel berichtet, werden den Brüdern gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung sowie räuberische Erpressung und Brandstiftung vorgeworfen.

Zwei weitere Haftbefehle im Raum Neuss und Düsseldorf wurden demnach vollstreckt.

Nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sollen weitere Plattformen wie movie4k.to von den Verdächtigen betrieben worden sein. Bislang sind die Portale noch online.

Haben User Strafe zu befürchten?

Nach Ansicht des Kölner Medienanwalts Christian Solmecke haben sich User der Websites nicht strafbar gemacht. Der reine Konsum von Streamingdiensten sei nicht illegal, solange keine Kopie auf dem eigenen Rechner gespeichert wird. Zudem sei fraglich, ob die IP-Adressen der Nutzer überhaupt ermittelt werden könnten.

Fälle dieser Art sind jedoch nicht unumstritten. Die Filmindustrie sieht bereits im Zwischenspeichern eines Filmes fürs Streamen ihre Urheberrechte verletzt.

(ksta)