In unserem Alltag spielen digitale Geräte eine enorme Rolle. Wir schreiben Arbeits-Mails vom Handy, regeln Bankangelegenheiten über den Computer und kaufen online mit dem Tablet ein. Kurzum: Unsere technischen Begleiter kennen uns und unsere sensible Daten sehr genau.

Kein Wunder also, dass diese immer wieder in den Fokus von Kriminellen geraten. Doch viele User sind sich nicht darüber bewusst, wie angreifbar sie sind. Das liegt auch daran, dass für viele der digitale Umgang mit Daten noch recht abstrakt ist.

Stellen Sie sich vor, Ihnen wird alles Wichtige gestohlen

Deshalb soll an dieser Stelle ein auf das richtige Leben übertragene Beispiel dienen, um die Gefahren zu verdeutlichen. Stellen Sie sich vor, Ihre Tasche wird Ihnen gestohlen. Mit Ihrem Portemonnaie, Ihrem Haustürschlüssel. Doch das ist nicht alles: In der Tasche befinden sich außerdem noch alle Zugangsdaten für Ihre Kreditkarten, Spar- und Girokonten sowie Ihre Identitätsnachweise. Dazu kommen persönliche Briefe, die alles über Ihre Persönlichkeit und Vorlieben verraten, inklusive Fotos von Ihnen und Ihren Freunden, vielleicht noch der Schlüssel zum Unternehmen, in dem Sie arbeiten.

Und noch bevor Sie merken, dass Ihre Tasche überhaupt weg ist, haben die Diebe alles ausgeraubt. Eine schlimme Vorstellung, oder? Aber genau das kann ebenso passieren, wenn Ihre digitalen Geräte gehackt werden – denn dort befinden sich in vielen Fällen all diese Informationen, wenn Hacker danach nur lange genug suchen.

Es ist deshalb mehr als empfehlenswert, ein paar einfache Vorkehrungen zu treffen, mit denen Sie sich schützen können.

Prüfen Sie die Links

Häufig gelangt eine Schadsoftware auf das Gerät, weil der User unbedacht auf einen präparierten Link geklickt hat. Diese kommen über SMS, Mails, Browser, Facebook oder Messenger – angreifbar ist damit jedes System, auch die von Apple.
Zwar heißt es immer, dass die Geräte des US-Unternehmens vergleichsweise sicher seien. „Das ist aber falsch!“ erklärt Edgar Scholl, Experte für IT-Sicherheit.

Spätestens, nachdem im August die Handy-Malware „Pegasus“ tausende iPhones gehackt hat, ist das deutlich geworden. Auch hier ist Schadsoftware über einen Link auf die Smartphones gelangt und konnte dadurch Unmengen von Daten ausspionieren und Zugriff auf das Mikrofon sowie die Kamera der Handys erlangen.

Auf diesem Weg können und konnten auch andere Betriebssysteme für Smartphones, Tablets und Computer gehackt werden.

Deshalb rät Edgar Scholl: „Prüfen Sie den Link. Am PC können Sie das einfach mit einem Roll-over der Maus über den Link machen, dann poppt meistens ein kleines Fenster auf. Schauen Sie sich die URL genauer an, so könnten Sie schon auf Schadlinks aufmerksam werden.“ Wenn Ihnen dort etwas verdächtig vorkommt, wenn viele Zeichen und Zahlen angezeigt werden oder die Endung der URL, beispielsweise bei Facebook, nicht auf .com endet, sondern auf eine andere Adresse, gilt: Öffnen Sie den Link lieber nicht.

Auch beim Smartphone können Sie den Link prüfen: Wenn Sie einen diesen länger drücken, zeigt sich bei den meisten Anwendungen ein Fenster, das Ihnen anbietet, den Link zu kopieren. Dort wird in den meisten Fällen auch schon die URL angezeigt, ohne dass sich direkt ein Fenster im Browser damit öffnet.

Seien Sie aufmerksam

Ein weiterer Punkt zum Schutz vor Hackern besteht darin, sich mit Bedacht im Netz zu bewegen. „Wer nichts bei Amazon bestellt hat, sollte auch keinen Anhang einer Mail von Amazon öffnen, in der es um eine Bestellung geht“, erklärt Edgar Scholl. Wenn Sie sich trotzdem unsicher sind, können Sie einen Hinweis über die Echtheit solcher Mails erlangen, indem Sie sich den Inhalt genauer anschauen. Ist dort eine Kundennummer genannt oder Ihre Adresse? Falls nicht, könnte es sich um eine Phishing-Mail handeln.

Fallen Sie außerdem nicht auf die Drohung rein, dass innerhalb eines – meist kurzen – Zeitraumes Rechnungen zu begleichen sind oder ähnliches. Bei Unsicherheit darüber, ob die Warnungen echt sind, wenden Sie sich lieber persönlich an den Anbieter.