Berlin - Smudo ist einer der bedeutenden Popstars hierzulande. Er gehört zu den Pionieren des HipHop, „Die da!?!“ war der erste Hit, mit dem er und die drei anderen Jungs der Fantastischen Vier Anfang der 90er-Jahre den Musikgeschmack um das Genre Deutschrapp erweiterten. Was aber nicht so viele wissen: Smudo, bürgerlich Michael Bernd Schmidt, hatte immer auch ein gutes Gespür für digitale Themen. Jetzt ist der 52-Jährige maßgeblich an einer App beteiligt, die helfen soll, Live-Konzerte mit Publikum wieder zu ermöglichen. Entwickelt wurde die App in Berlin. 

Das Prinzip ist gar nicht so kompliziert: Über einen QR-Code bekommen Nutzer einen Schlüssel auf ihr Handy und loggen sich damit etwa beim Konzertbesuch ein. Die Daten über Ort und Zeit werden verschlüsselt gespeichert und können im Falle einer Corona-Infektion schnell und unkompliziert über TAN mit dem Gesundheitsamt geteilt werden. Das Gesundheitsamt kann im Anschluss alle Kontakte informieren und warnen.

Die ursprüngliche Idee für die App stammt vom Berliner Start-up Nexenio, einer Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts, das in Mitte beheimatet ist. Das Team beschäftigt sich normalerweise mit dem Büroalltag, da geht es um den datensicheren Zugang zum Arbeitsplatz oder die Plattform Nexboard, die die Zusammenarbeit im Homeoffice erleichtern soll.

Smudo äußerte sich euphorisch über das Konzept der App, die den Namen Luca trägt. Das liegt bestimmt auch daran, dass er sich nach großen Hallen und Live-Auftritten sehnt; für dieses Jahr ist eigentlich eine große Tournee geplant. Er sagte jedenfalls: „Diese Lösung gibt es in ganz Europa nicht. Das ist einmalig. Es gibt viele Apps, die dieses Tagebuch führen, aber es gibt keine App, die einen Hin- und Rückkanal mit dem Gesundheitsamt hat.“

Aber Smudo ist eben nicht nur Musiker, sondern auch ein Digital Native. Damit sind Leute gemeint, die sehr früh das Potenzial der Computertechnik erkannt haben. Schon als Schüler saß er vor dem Rechner, um das Programmieren zu lernen und sich mit Computerspielen zu beschäftigen. Da passt das Engagement für eine digitale Lösung, die vor allem dem Kulturbetrieb helfen könnte.