„Mega Man“ kam 1987 auf den Markt - und ist gerade wieder sehr beliebt.
Foto: Capcom

BerlinWelcher Gamer kennt sie noch? „Dragon Quest“, „Mega Man“, „EarthBound“ und „Mana“ - bei diesen Namen kommen ältere Jahrgänge unter den Hardcore-Spielefreaks ins Schwärmen. Jetzt erleben Video-Spiele und dazugehörige Konsolen aus den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren eine unverhoffte neue Blütezeit, wie die japanische Tageszeitung „Asahi Shimbun“ aus der sogenannten Denden-Town in Osaka, der Elektronik-Hochburg im Westen Japans, berichtet.

Retro sei dort derzeit wieder schwer angesagt - und das dank der Corona-Pandemie. Laut dem Anbieter gebrauchter Video-Spiele Super Potato stieg die Nachfrage nach Retro-Spielen erstmals im März an, als öffentliche Schulen in Osaka wegen der Corona-Krise geschlossen worden waren. Händler verzeichneten Umsatzzuwächse von bis zu 40 Prozent.

Vor der Pandemie seien 90 Prozent der Kunden bei Super Potato vor allem ausländische Besucher gewesen, hieß es. Jetzt aber seien es vor allem japanische Familien. Wegen Corona seien die Zulieferketten zeitweise gestört gewesen, worunter die Produktion moderner Konsolen gelitten habe, sagte Yutaka Ishii, Präsident der Japan Retro Game Association, der Zeitung. Stattdessen griffen viele Japaner zu alten, gebrauchten Konsolen. Die seien nostalgisch für Eltern und neu für ihre Kinder.

Eher lehrreich für Kinder ist das Computerspiel um Meerestiere „Beyond Blue“ - und es bietet dabei auch die Möglichkeit, in den westlichen Pazifik einzutauchen. Mithilfe eines High-Tech-Tauchanzuges scannen Spieler als Meereswissenschaftlerin Mirai Unterwassertiere und verfolgen Walrufe.

Kern des Spiels ist die lebensechte, wunderschöne Unterwasserwelt. So sind zum Beispiel die Bewegungen der Wale nach den realen Vorbildern animiert - das sieht oft einfach fantastisch aus.

„Beyond Blue“ ist dabei kein klassisches Computerspiel, bei dem feste Ziele erreicht oder gar Gegner besiegt werden müssen. Entspanntes Tauchen und Erkunden sowie das Erleben der Tiere stehen hier klar im Vordergrund. Mit Hilfe von Unterwasserdrohnen können Fotos der Meereskreaturen geschossen oder Walgesänge aufgenommen werden. So gibt es beispielsweise den Auftrag, bestimmt Organe von Tieren zu filmen, um so neue Forschungsergebnisse über sie zu liefern.

Zwischen den Tauchgängen bewegt man sich auf einem kleinen U-Boot, das als Zuhause dient, und erledigt Telefonanrufe zwischen Taucherin Mirai und ihrer Familie und Kollegen. In diesen Gesprächen werden auch die Verschmutzung und Zerstörung der Ozeane immer wieder thematisiert - so kommt ein wenig Hintergrundhandlung ins Spiel.

Der tiefe Ozean wird in diesem Genremix aus Abenteuer-Videospiel und Tierfilm als die wahrscheinlich letzte noch nicht völlig erforschte Sphäre der Menschheit gezeigt. Auch für jüngere Spielerinnen und Spieler ist das definitiv einen Tauchgang wert - genau wie für alle Naturfreunde und Fans eher ruhiger Abenteuer.

„Beyond Blue“ ist für Playstation 4, Xbox One, iOS und den PC erhältlich. Eine Version für Nintendo Switch soll folgen.

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